Die Deutschen sind faul und ständig krank, so lässt sich die politische Debatte zuspitzen, die in den vergangenen Monaten über die Arbeitsmoral in diesem Land geführt wurde. In diesem Jahr forderten verschiedene Wirtschaftschefs und Aufsichtsräte die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche. Kanzler Merz warnte davor, den Wohlstand dieses Landes nicht mit »Vier-Tage-Woche und Work-Life-Balance« erhalten zu können.
Der Faulheitsvorwurf wird regelmäßig erhoben und mit einer Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft untermauert. Demnach entfielen auf jeden Einwohner und jede Einwohnerin im Erwerbsalter hierzulande nur 1.031 Arbeitsstunden. Deutlich weniger als im Durchschnitt aller Industrieländer (1.216 Stunden).
Ähnlich schneidet Deutschland bei den Krankheitstagen ab: In einer aktuellen Befragung des sogenannten European Labour Force Surveys landete Deutschland auf Platz 7 der OECD-Länder mit den meisten Krankheitstagen – es sind insgesamt 22,3 Tage im Jahr.
An beiden Erhebungen gibt es Kritik, da sich Arbeitsstunden und Krankentage oft nicht gut vergleichen lassen und unterschiedlich erhoben werden, aber der Eindruck bleibt: Die Arbeitsmoral in Deutschland hinkt.
Wir wollen von unseren Leserinnen und Lesern erfahren, ob sie diesen Eindruck teilen oder nicht. Gerne möchten wir mit denen in Kontakt treten, die selbst aus dem Ausland nach Deutschland gezogen sind – und jetzt hier arbeiten. Was fällt Ihnen auf im deutschen Arbeitsalltag? Stimmt es, dass die Deutschen sich häufiger krankmelden? Und selten mehr als 9 to 5 arbeiten?
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