Der Kleidungshändler Zalando will offenbar weitere Stellen in seinem Sitz in Berlin abbauen. Entsprechende Berichte bestätigte ein Sprecher des Dax-Unternehmens auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. »Wie wir bereits seit einiger Zeit transparent kommunizieren, arbeiten wir daran, durch agilere und zielgerichtete Strukturen schneller auf Markveränderungen reagieren zu können«, teilte Zalando mit.
Demnach setzt das Unternehmen auf einvernehmliche Aufhebungsverträge, die auf doppelter Freiwilligkeit basieren würden. Gemeint ist, dass ein Aufhebungsvertrag nur zustande kommt, wenn sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer ihm freiwillig zustimmen.
Erfurter Standort mit 2.100 Beschäftigten schließt im September
Über solche Pläne hatte zuvor das Handelsblatt unter Berufung auf interne Dokumente berichtet. Demnach geht es um rund 200 Stellen in Berlin. Zalando bestätigte allerdings weder den Umfang des anvisierten Stellenabbaus noch den Standort.
Bereits im vergangenen Jahr hatte Zalando den Kundendienst umstrukturiert und dabei 450 Arbeitsplätze in Berlin gestrichen. Zudem schließt das Unternehmen bis Ende September seinen Standort in Erfurt mit derzeit noch rund 2.100 Beschäftigten. Die Entscheidung wurde im Januar verkündet, insgesamt sind 2.700 Beschäftigte betroffen. Zalando hält trotz Protesten von Betriebsrat, Gewerkschaften, Belegschaft und Kritik der Thüringer Landesregierung daran fest.
Zalando baut Standort in Bukarest auf
Anfang Juli bestätigte Zalando, nach monatelangen Verhandlungen zwischen der Geschäftsführung und dem Betriebsrat sei für die Betroffenen ein Sozialplan vereinbart worden. Er regelt demnach vor allem Abfindungen. Mit seiner Forderung nach der Finanzierung einer Transfergesellschaft, welche die Betroffenen beim Übergang in eine andere Arbeit unterstützen sollte, setzte sich der Betriebsrat aber nicht durch.
Unabhängig von den Stellenkürzungen verwies Zalando auf den Aufbau eines neuen Standorts in der rumänischen Hauptstadt Bukarest. Bis zum ersten Quartal 2027 sollen dort 60 Arbeitsplätze entstehen. »Längerfristig planen wir, bestimmte Positionen und Prozesse nach Bukarest zu verlagern und dort weitere Arbeitsplätze zu schaffen«, teilte Zalando mit.
