Im Prozess um islamistische Anschlagspläne auf ein Konzert der Sängerin Taylor Swift in Wien hat das Landesgericht Wiener Neustadt einen 21-Jährigen in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen. Er wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der österreichische Staatsbürger einen Anschlag geplant sowie mit zwei weiteren Österreichern eine Zelle der Terrormiliz »Islamischer Staat« gebildet hatte.
Der Islamist hatte geplant, im August 2024 ein Konzert des US-Superstars Swift anzugreifen. Für den geplanten Angriff hatte er eine Bombe gebaut und Waffen beschafft. Während des Prozesses bekannte er sich in den Hauptanklagepunkten schuldig. Er habe vor dem IS wie ein Held dastehen und berühmt werden wollen, sagte er vor dem Landesgericht zu seinen
Anschlagsplänen.
Ziel seines geplanten Anschlages waren demnach die Fans vor dem Konzertgelände. Der geplante Angriff sollte am 9. August
2024 stattfinden, dem Termin des zweiten von drei geplanten Konzerten im Ernst-Happel-Stadion. Nach Angaben der Polizei plante der Mann einen Angriff mit Messern oder selbst gebauten Sprengsätzen außerhalb des Stadions. Dabei sollten so viele Menschen wie möglich getötet werden. Im Vorfeld soll er dem IS die Treue geschworen und sich mit Mitgliedern der Gruppe beraten haben.
Angeklagter auch wegen Beihilfe zum versuchten Mord in Mekka verurteilt
Nachdem die österreichischen Behörden mithilfe von US-Geheimdiensten
die Anschlagspläne aufgedeckt hatten, wurde der Mann einen Tag vor dem ersten der drei Konzerttermine festgenommen. Laut der Staatsanwaltschaft hatte der junge Mann mit nordmazedonischen Wurzeln zum Zeitpunkt seiner Festnahme eine
Schrapnell-Bombe
fast fertiggestellt.
Sicherheitshalber wurden alle drei
Konzerte in Wien mit fast 200.000 erwarteten Besuchern vom Veranstalter
abgesagt. Swift hatte sich betroffen gezeigt und versprochen, wiederzukommen.
Außerdem wurde der Angeklagte vom Landgericht Wiener Neustadt wegen einer Messerattacke in Mekka 2024
zur Beihilfe zum versuchten Mord schuldig gesprochen. In diesem Fall
wurde ein gleichaltriger Mitangeklagter zu 12 Jahren Haft verurteilt.
