Der Prozess gegen den Ex-FBI-Chef James Comey wegen einer angeblichen Drohung gegen US-Präsidenten Donald Trump soll in ungefähr zwei Monaten beginnen. Die Richterin Louise Flanagan setzte den 15. Juli als Termin an. Comeys Anwälte kündigten unterdessen an, eine Abweisung der Anklage fordern zu wollen.
Comey hatte im Mai vergangenen Jahres ein Bild von Muscheln am Strand auf Instagram hochgeladen, die die Zahlen »86 47« formten. Trump, welcher der 47. Präsident der USA ist, und seine Unterstützer interpretierten dies als Aufruf zu einem Attentat auf den Staatschef. In der Anklage wird dem ehemaligen FBI-Chef nun vorgeworfen, wissentlich eine Morddrohung gegen Trump verbreitet zu haben. Comey bestritt, dass es sich um einen Gewaltaufruf gehandelt habe.
Dem Merriam-Webster-Wörterbuch zufolge handelt es sich bei »86« um
einen veralteten Ausdruck, der erstmals in den 30er Jahren nachgewiesen
wurde. Unter anderem bedeutet er demnach, dass etwas ausverkauft ist. Später kamen die Bedeutungen »loswerden«
oder »abweisen« hinzu. »Töten« sei eine jüngst übernommene Bedeutung, heißt es bei Merriam-Webster. Diese werde nur selten
verwendet.
Vorwürfe des »Machtmissbrauchs« an die US-Regierung
Comey löschte den Post nach Kritik und schrieb später auf Instagram, er
habe in der Muschelformation lediglich eine politische Botschaft
gesehen. Dass er damit zu Gewalt gegen Trump aufrufen wollte, wies er zurück. Seine Anwälte sprachen von »unerhörtem Machtmissbrauch« durch
die US-Regierung. Dieser sei es verboten, Menschen »wegen ihrer geschützten
Meinungsäußerung zu bestrafen«. Trump habe das US-Justizministerium
jedoch damit beauftragt, Comey wegen »seiner persönlichen Abneigung« strafrechtlich zu verfolgen.
James (Jim) Comey war von 2013 bis 2017 Direktor der Bundespolizei FBI und zuvor zwei Jahre lang Vizejustizminister in der Regierung von George W. Bush. Der 64-Jährige ist ein prominenter
Kritiker Trumps.
