Christoph Diener läuft durch den Hamburger Hauptbahnhof. Sein linkes Ohr ist tätowiert, er hat einen Zopf. Der 29-Jährige trägt die Uniform einer privaten Sicherheitsfirma und hat eine Gruppe von Reisenden im Verdacht, die in großen Schlucken etwas aus Dosen trinken. Bier womöglich? Diener mustert die Gruppe, wird langsamer, dreht dann aber wieder ab. Falscher Alarm. Es sind nur Energydrinks.
Der Hamburger Hauptbahnhof ist seit April 2024 einer von bisher 30 alkoholfreien Bahnhöfen in Deutschland. Wobei das nicht ganz stimmt: In Kiosken, Bahnhofskneipen und Zügen wird weiterhin Alkohol verkauft oder ausgeschenkt. Das Verbot gilt nur für den Verzehr an den Bahnsteigen, in den Bahnhofshallen und auf den Vorplätzen. Wer sich nicht daran hält, riskiert einen Platzverweis und beim zweiten Mal ein Hausverbot. Auf den Vorplätzen droht zudem ein Bußgeld zwischen 40 und 200 Euro.
