Eine Woche vor der Wahl in Sachsen-Anhalt hat der AfD-Landesvorsitzende Martin Reichardt den Bundeskongress der AfD-Nachwuchsorganisation in Magdeburg für eine Kampfansage an linke Kräfte im Land genutzt. »Am 6. September holen wir uns unser Deutschland zurück«, sagte Reichardt. Die AfD hofft bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt erstmals auf eine absolute Mehrheit. »Die Zeit dieser verkommenen linken Zustände in Deutschland geht zu Ende«, sagte Reichardt. »Wir werden der verlotterten Linken das Sorgerecht für Deutschland entziehen.«
Reichardts Rede war mit Schmähungen durchsetzt, die von den rund 300 Delegierten des Bundeskongresses der AfD-Nachwuchsorganisation Generation Deutschland mit großem Jubel quittiert wurden. Reichardt bezeichnete den Staat in Deutschland als »stinkenden, faulen Assi, der sein Geld fürs Nichtstun von der Friedrich-Ebert-Stiftung bekommt, um regelmäßig mit seinen Freunden vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu saufen und die Internationale zu lallen«.
Auf der Tagesordnung des Bundeskongresses der Generation Deutschland stehen Nachwahlen zu einigen vakanten Vorstandsämtern sowie Satzungsänderungen; vor allem aber geht es um ein Signal vor der Wahl am 6. September. Florian Ruß, Bundesvorstandsmitglied der Generation Deutschland, begrüßte die Delegierten in seiner Eröffnungsansprache mit den Worten: »Willkommen im Osten, willkommen in Preußen.« Es sei »kein Zufall«, dass der Bundeskongress in Magdeburg stattfinde, sagte Ruß. »In einer Woche wird hier Geschichte geschrieben.«
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund soll am Nachmittag eine Rede halten, ebenso der Vorsitzende der Generation Deutschland, Jean-Pascal Hohm. In jüngsten Umfragen kommt die AfD auf rund 40 Prozent, sie läge damit klar vor der CDU, die in Sachsen-Anhalt seit 24 Jahren den Ministerpräsidenten stellt.
Die Generation Deutschland war im vergangenen November gegründet worden. Sie ist die Nachfolgerin der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative (JA). Diese war einige Monate zuvor aufgelöst worden, nachdem sie vom Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) als gesichert rechtsextremistisch eingestuft worden war.
