Der inhaftierte und abgesetzte Istanbuler Bürgermeister Ekrem İmamoğlu hat die gegen ihn erhobenen Spionagevorwürfe vor Gericht
zurückgewiesen. Über die 159-seitige Anklageschrift sagte der 55-Jährige zum
Auftakt des Verfahrens in Istanbul: »Das ist alles Müll.« Falls Spionage stattgefunden habe, sollten der Geheimdienst MIT und
alle zuständigen Nachrichtendienste hervortreten und der Nation konkrete Beweise vorlegen, sagte İmamoğlu weiter.
»Schämen
Sie sich, Herr Vorsitzender«, sagte İmamoğlu zum Vorsitzenden Richter. Das Verfahren bezeichnete er zudem erneut als politisch motiviert und fragte, ob es ein Verbrechen sei, die Wahl in Istanbul zu
gewinnen und in der türkischen Politik mitzureden. Er habe »keine einzige Seite« der Anklageschrift gelesen
und werde dies auch nicht tun, fügte der Politiker der oppositionellen CHP an. Die Menschenrechtsorganisation MLSA, die den Prozess beobachtet, veröffentlichte İmamoğlus Äußerungen auf X.
Die Staatsanwaltschaft wirft İmamoğlu und drei weiteren
Angeklagten vor, Millionen
persönlicher Daten von Einwohnern Istanbuls an ausländische
Geheimdienste weitergegeben zu haben. İmamoğlu gilt als wichtigster politischer Gegner von
Präsident Recep Tayyip Erdoğan.
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