Viele Rettungswachen in Thüringen sind in einem schlechten baulichen Zustand. Ein Gutachten im Auftrag der Landesregierung habe bei den rund 120 Rettungswachen im Freistaat einen Sanierungsstau von etwa 100 Millionen Euro ermittelt, sagte Innenstaatssekretär Andreas Bausewein bei der Vorstellung eines sogenannten Masterplans für den Rettungsdienst. Allerdings sei es schwierig diesen Sanierungsstau aufzulösen, da dies keine Landesaufgabe, sondern eine kommunale Aufgabe sei. Das Geld dafür müsse letztlich von den Kostenträgern gezahlt werden.
Der Freistaat werde wegen seiner eigenen Haushaltslage kaum in die Bresche springen können. «Mein Optimismus ist da relativ begrenzt, dass wir irgendeine Lösung finden mit Fördermitteln, um da einen Teil dieser 100 Millionen in irgendeiner Form abzufedern», sagte Bausewein.
Zwischen Reformdruck und Systemwandel
In dem Masterplan hat das Land Ziele zur Verbesserung des Rettungsdienstes in den kommenden Jahren festgehalten. Dazu gehören unter anderem die Entlastung der Rettungshelfer von Bagatelleinsätzen und die Prüfung des Einsatzes von Gemeindenotfallsanitätern. Mit dem Masterplan soll auch sichergestellt werden, dass mit der Krankenhausreform und den dadurch entstehenden Veränderungen im Leistungsangebot der Rettungsdienst weiterhin reibungslos funktioniert.
«Die Thüringer Landesregierung hat den Handlungsbedarf im Rettungswesen erkannt», erklärte der Barmer-Landesgeschäftsführer Robert Büssow. Die bestehenden Strukturen seien vielerorts zu kleinteilig, teilweise ineffizient und würden den Anforderungen an eine moderne Notfallversorgung nicht gerecht.
Gerade vor dem Hintergrund der anstehenden Krankenhausreform sei es daher klug, das Rettungswesen strategisch weiterzuentwickeln, sagte Büssow. Der Masterplan bringe hoffentlich mehr Tempo in den Transformationsprozess. Durch schnelle, digital gestützte Strukturen und eine bessere Abstimmung zwischen Rettungsdienst, ambulanter und stationärer Versorgung könnte die Versorgung deutlich besser werden.
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