Der Schiffskonvoi mit dem mehrfach an deutschen Küsten gestrandeten Buckelwal steuert erneut auf den Übergang von der Ostsee zur Nordsee zu. Am Nachmittag fuhren der Schlepper mit dem Lastkahn, in dem sich der Wal befindet, sowie ein Begleitschiff wieder Richtung Norden. Das zeigt der Schiffsortungsdienst VesselFinder. Demnach befinden sich die Schiffe am nördlichsten Punkt Dänemarks. Nahe der Stadt Skagen fließen Nord- und Ostsee zusammen.
Bereits am Morgen war der Konvoi nur noch rund 20 Kilometer entfernt vom nördlichsten Punkt Dänemarks gewesen, musste wegen des hohen Wellengangs zunächst aber Richtung Süden abdrehen. Bei dem hohen Wellengang sei das Verletzungsrisiko für den Wal groß gewesen, sagte Jens Schwarck, ein Mitglied der privaten Rettungsinitiative der Nachrichtenagentur dpa. Das Absperrnetz an der Lastkahn wurde inzwischen entfernt, freigesetzt wurde der Wal jedoch bislang nicht.
Zuvor hatte sich das Team laut Schwarck darauf vorbereitet, dass der Wal freigelassen werden muss, »weil er sich nicht wohlfühlt oder weil es zu gefährlich für ihn ist«. Wie die Bild-Zeitung berichtete, gelang es den Helfern mittlerweile einen Tracking-Sender an dem Wal anzubringen.
Freilassung vermutlich in der Nordsee
Der vor mehr als einem Monat erstmals an der Ostseeküste gestrandete Buckelwal wird seit Dienstag mit einem Lastkahn Richtung Nordsee und Atlantik gebracht. Das mit Wasser gefüllte Schiff, in dem das tonnenschwere Tier schwimmt, wird vom Schlepper Fortuna B gezogen. Wo genau das Tier ausgesetzt werden soll, stand nicht fest. Ursprünglich war geplant, das Tier in der Nordsee freizulassen.
An der deutschen Ostseeküste war der Wal mehrmals gestrandet, zuletzt hatte er vier Wochen vor der Insel Poel bei Wismar gelegen. Gegen den Rat vieler Wissenschaftler, Fachinstitutionen und
Tierschutzorganisationen versuchte die private Initiative seit Mitte
April, den Wal zu bergen, um ihn lebend in die Nordsee oder den Atlantik
zu bringen. Sollte nach seiner Freilassung wieder stranden, würden ihm die
dänischen Behörden wohl nicht helfen. Das dänische Umweltministerium
teilte der Nachrichtenagentur dpa mit, dass man gestrandete
Meeressäugetiere prinzipiell nicht rette.
