Im Prozess gegen die mutmaßliche ehemalige RAF-Terroristin Daniela Klette hat die Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht Verden ihr Plädoyer begonnen. Die Vertreterin der Anklagebehörde nannte die Klette vorgeworfenen Taten Delikte »mit ganz erheblicher krimineller Energie«. Zudem warf sie Klette und der Verteidigung vor, »das Verfahren zu politisieren«.

Klette muss sich seit März 2025 wegen mutmaßlicher Beteiligung an einer Serie bewaffneter Raubüberfälle nach Auflösung der linksextremistischen Rote Armee Fraktion vor Gericht verantworten. Die Überfälle auf Geldtransporter und Kassenbüros großer Supermärkte soll sie laut Anklageschrift zwischen 1999 und 2015 unter anderem in Niedersachsen gemeinsam mit den flüchtigen früheren RAF-Mitgliedern Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub begangen haben. Die Beute soll um die 2,7 Millionen Euro betragen haben.

Klette wurde im Februar 2024 in Berlin gefasst, wo sie lange unter falschem Namen gelebt hatte. Der Prozess gegen sie vor dem Landgericht im niedersächsischen Verden begann Ende März 2025. Rund ein Jahr später erhob zuletzt die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe unter anderem wegen Mordversuchen Anklage gegen die 67-Jährige. Dabei geht es um zwei Anschläge und einen gescheiterten Anschlag in den Neunzigerjahren. Über die Zulassung dieser Anklage entscheidet das Oberlandesgericht Frankfurt am Main.