
Die Mücke sanft erschlagen, ohne sie zu zerquetschen. Oder die Mücke lebend mit einem Glas fangen und dieses 20 Minuten ins Gefrierfach stellen. Mit solch ungewöhnlichen Methoden sollen Bürger dem Rat der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) zufolge gegen die Ausbreitung der Tigermücke vorgehen.
In der Kreisstadt Groß-Gerau hat sich die Asiatische Tigermücke nach Mitteilung der Stadtverwaltung inzwischen angesiedelt. Im Gegensatz zu anderen Mücken gilt die Tigermücke als sehr aggressiv und als Krankheitsüberträger, weshalb deren Ausbreitung möglichst verhindert werden soll.
Mücke schockfrosten und fotografieren oder ganz einschicken
Die KABS geht gegen die Population der Tigermücke noch nicht vor. Deshalb rät sie, die auffällig schwarz-weiß gefärbte Mücke dort, wo sie auftritt, zu dokumentieren. Zum Beispiel mit Fotos. Fotos ergeben aber keinen Sinn, wenn die Mücke beim Erschlagen zerdrückt und dadurch unkenntlich wird. Deshalb sollte man gefühlvoll zuschlagen. Optimal werden Fotos, wenn die Mücke komplett erhalten bleibt.
Deshalb das Insekt besser lebend fangen, ins Gefrierfach und dann schockgefrostet fotografieren. Und zwar von oben, von unten und von der Seite. Die Fotos können dann direkt unter https://www.kabsev.de/stichts/tigermuecke-melden/ eingesandt werden. Oder die schockgefrosteten Mücken in ein kleines Plastikröhrchen packen und an die KABS, Tigermückenmeldung, Georg-Peter-Süß-Straße 3, 67346 Speyer, schicken. Bis zum Versand sollten die Tiere an einem trockenen und kühlen Ort aufbewahrt werden, so der Rat der Mückenbekämpfer.
Auch Hunde können durch Tigermücken krank werden
Die Vermeidung oder Beseitigung von Brutstätten sei die wirksamste Methode gegen die Plagegeister. Gerne legen die Tiere ihre Eier in Wasserbehältern wie Regentonnen, Übertöpfen, Untersetzern, Gießkannen, Tiertränken oder durchhängenden Dachrinnen ab. Da sich Tigermücken nur in einem sehr engen Umkreis bewegen, müssen auf dem eigenen Grundstück entdeckte Exemplare entweder direkt dort oder in der Nachbarschaft geschlüpft sein.
Regentonnen sollten mit einem engmaschigen Schnakennetz abgedeckt und andere Behältnisse so gelagert werden, dass sich dort kein Wasser ansammeln kann. Da nicht jedes Wasserbehältnis verschlossen werden kann, bietet die Stadt Groß-Gerau im Rathaus sogenannte Bti-Tabletten an, die alle zwei Wochen in wassergefüllten Gefäßen aufgelöst werden können. Dieses Mittel setzt auch die KABS bei der Schnakenbekämpfung entlang des Rheins ein, weil es für andere Insekten unschädlich ist.
Wer die meist an den Innenwänden wassergefüllter Behälter abgelegten Eier der Tigermücke entdeckt, kann diese mit mindestens 60 Grad heißem Wasser übergießen oder mit einer Bürste entfernen und das Wasser dann wegschütten. Auch Hunde können nach Mitteilung der Groß-Gerauer Stadtverwaltung nach Stichen der Tigermücke erkranken, zum Beispiel durch Fadenwürmer, die die Herzwurmerkrankung verursachen.
