Rund
um das Kriegerdenkmal am Dammtor in Hamburg aus dem Jahr 1936 gab es schon zahlreiche
Debatten. Immerhin ist es ein brutal heroisierendes Monument mit einem Frieß
aus lebensgroßen Soldaten, überschrieben in Fraktur mit den Worten »Deutschland
muss leben und wenn wir sterben müssen«.

Wenn
das Denkmal nun aber auch noch in die Debatte um den Buckelwal reingezogen wird,
der seit mittlerweile fast fünf Wochen in der Ostsee nahezu festliegt, fragt man sich,
was das über den Zustand der deutschen Gesellschaft im Frühjahr 2026 aussagt. Von einem KI-Programm verfremdet, mit Walfischen statt Soldaten, dazu die
Inschrift »Timmy muss sterben, damit wir leben können« – dafür bekam ein Lokalpolitiker der
Partei auf Instagram weit mehr als 2.000 Likes, aber auch wütende Kommentare. Dabei war die Verballhornung der Antifa-Parodie (»Deutschland muss sterben,
damit wir leben können«) auf die ursprüngliche nationalistische Parole nicht
einmal Stein des Anstoßes. Relativierung von Krieg und NS-Schrecken durch
Walbezug, ob satirisch oder nicht, das alles ist, so scheint es, halb so
schlimm. Stattdessen wird aber zum Skandal, hier und anderswo: wenn der Wal
»Timmy« genannt wird. Sein richtiger Name sei doch »Hope«.