Was war passiert? Freiburgs Lucas Höler hatte in der ersten Minute der Verlängerung zum vermeintlichen 2:1 getroffen. Weil der Offensivspieler nach dem Zuspiel angeblich zu sehr mit dem Körper gegen den fallenden VfB-Verteidiger Jeff Chabot arbeitete, pfiff Welz die Aktion ab, noch bevor Lucas Höler den Ball über die Linie geschossen hatte.
Höler erklärte sich unschuldig. „Ich versuche einfach nur, meinen Körper reinzustellen. Für mich ist es absolut kein Foulspiel“, sagte er bei Sky: „Das wegzupfeifen ist eine Frechheit. Mit dem Schubser muss Chabot nicht zu Boden gehen“.
Innenverteidiger Matthias Ginter kritisierte vor allem die Handhabung der Szene. „Es wird bei drei Meter Abseits weitergespielt, dann lass hier auch weiterspielen. Dann kannst du es danach immer noch zurücknehmen“, sagte er: „In der Szene abzupfeifen vor dem Abschluss, ist einfach nicht richtig. Es ist eine Fehlentscheidung.“
Sogar die Trainer beider Teams waren sich einig. „Ich weiß nicht, warum man da abpfeifen muss. Das ist ein reguläres Tor“, sagte Freiburgs Julian Schuster in der ARD über die strittige Szene. Stuttgarts Coach Sebastian Hoeneß konnte Freiburgs Frust verstehen. „Die Situation darfst du nicht abpfeifen. Da hätten wir genauso reagiert, wie es die Freiburger getan haben“.
Abwehrspieler Christian Günter meinte: „Wenn das ein Foul ist, kann ich hier und heute meine Karriere beenden. Das ist wirklich gar nichts.“
Deniz Undav: „Ich mag den eh nicht“
Schiedsrichter Welz habe dagegen auf dem Platz von einer „glasklaren Entscheidung“ gesprochen und nicht mit sich reden lassen, berichtete Höler. „Jeder, der auf mich zugekommen ist, sagt, dass das kein Foul ist. So glasklar kann es nicht gewesen sein.“
Stuttgarts Undav ließ generell kein gutes Haar am Unparteiischen. „Er hat das Spiel heute nicht wirklich kontrollieren können. Man kann auch nicht mit ihm reden, er hat dich direkt angeschrien“, monierte der 29-Jährige und schob süffisant hinterher: „Ich mag den eh nicht.“
Die Badener fühlten sich gleich in mehreren Szenen benachteiligt. Schon in der ersten Hälfte hatten sie nach einem Kontakt von Angelo Stiller im Zweikampf mit Maximilian Eggestein einen Elfmeter gefordert. Zudem ärgerte Günter, dass der Schiedsrichter in der Verlängerung bereits nach gut zwei statt der angezeigten drei Minuten Nachspielzeit abpfiff.
