Judith Holofernes macht es sich auf einem breiten Ecksessel gemütlich. Eine Daunendecke und Hund Lupita auf dem Schoß. Auch Interviews sind Arbeit, aber Arbeit muss nicht immer wie Arbeit aussehen.
DIE ZEIT: “Judith arbeitet nur mit, wenn sie Lust hat.” Das hat eine Grundschullehrerin über Sie gesagt, wie Sie in Ihrem Buch zitieren. Sind Sie ein fauler Mensch?
Judith Holofernes: Tatsächlich hatte ich als Kind große Schwierigkeiten, mich auf Dinge zu konzentrieren, die mich nicht interessiert haben. Dabei war mir gar nicht langweilig, ich war auch nicht lustlos oder faul. Diese Lehrerin und viele andere Erwachsene haben eine übermenschliche Anstrengung von mir erwartet. Es fühlte sich an, als müsste ich auf einen Muskel zugreifen, der amputiert wurde. Ein sehr unangenehmes Gefühl. Rückblickend hätte man da schon an ADHS denken können.
