
Der US-Sender CBS News hatte Trump nach einem Telefoninterview mit den Worten zitiert: „Ich denke, der Krieg ist so gut wie beendet. Sie haben keine Marine, keine Kommunikationssysteme, sie haben keine Luftwaffe.“ Der Krieg verlaufe „weit vor dem Zeitplan“.
Trump erwägt Lockerung von Öl-Sanktionen
Auch an den US-Börsen drehte sich die Stimmung. Der Leitindex Dow Jones Industrial legte am Ende um 0,50 Prozent auf 47.740,80 Punkte zu. Im frühen Handel war das Börsenbarometer noch auf den tiefsten Stand seit Ende November abgesackt. Die asiatischen Börsen legten am Dienstag nach den Äußerungen von Trump ebenfalls kräftig zu. In Tokio legte der Nikkei-Index 1,8 Prozent auf 53.691,07 Punkte zu.
Angesichts des Konflikts mit Iran und drastisch gestiegener Ölpreise hatte Trump zudem offenbar Maßnahmen zur Marktberuhigung erwogen. Dazu gehörten eine Lockerung der Ölsanktionen gegen Russland sowie die Freigabe strategischer Reserven. Das sagten mehrere Insider der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Trump selbst sagte auf einer Pressekonferenz zwar, die USA hätten bestimmte Sanktionen gegen einige Länder verhängt und man werde diese aufheben, bis die Straße von Hormus wieder offen sei. Details nannte er aber nicht.
Hintergrund der Überlegungen ist die Sorge im Weißen Haus, dass der Preissprung an den Zapfsäulen die US-Wirtschaft und die Verbraucher vor den Zwischenwahlen im November verärgern könnte. Die Republikaner hoffen, bei den „Midterms“ ihre Mehrheit im Kongress zu verteidigen.
Eine Aufhebung der Russland-Sanktionen würde das weltweite Ölangebot erhöhen, könnte aber die Bemühungen des Westens untergraben, Russland Einnahmen für den Krieg gegen die Ukraine zu entziehen. Denkbar seien sowohl weitreichende Erleichterungen als auch gezielte Ausnahmen für Länder wie Indien. Die USA haben bereits vergangene Woche eine 30-tägige Ausnahmegenehmigung erteilt, um derzeit festsitzenden Tankern mit russischem Öl den Öl-Verkauf an Indien zu ermöglichen und so den Druck auf den globalen Ölmarkt zu verringern.
Gespräche mit den G7-Staaten
US-Vertreter führen auch Gespräche mit den G-7-Staaten über eine gemeinsame Freigabe von Ölreserven. US-Energieminister Chris Wright bestätigte am Montag, koordinierte Verkäufe aus der strategischen Reserve (SPR) würden geprüft. Eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Exportbeschränkungen für US-Energie schloss er aus. Weitere Optionen
umfassen den Insidern zufolge Eingriffe in die Terminmärkte, Steuererleichterungen oder eine Aussetzung des „Jones
Act“, der den Transport von Kraftstoffen zwischen US-Häfen auf US-Schiffe beschränkt.
Experten bezweifeln aber, dass diese Maßnahmen kurzfristig wirken, solange der Tankerverkehr durch die Straße von Hormus gestört ist. Durch die Meerenge zwischen Iran und dem Oman fließt etwa ein
Fünftel des weltweiten Ölangebots. Ein Plan des Weißen Hauses, Tanker durch Marineeskorten zu schützen, brachte bislang wenig Erfolg. „Das Problem ist, dass die Optionen von marginal über symbolisch bis hin zu zutiefst unklug reichen“, sagte ein Insider.
