Der sich abzeichnende Aufschwung sorgt für bessere Stimmung in den Chefetagen der deutschen Unternehmen. Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Oktober zum sechsten Mal in Folge, wie das Münchner Ifo-Institut am Montag zu seiner Umfrage unter rund 9000 Führungskräften mitteilte.
Für den Präsidenten des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, ist das ein deutliches Signal für eine positive Konjunkturentwicklung.
“Derzeit kann man, glaube ich, schon sagen, dass es eine Trendwende gibt. Nach sechs Anstiegen in Folge kann man das sagen. Das heißt noch nicht, dass das jetzt wirklich eine dauerhafte Wachstumswende ist für mehrere Jahre, aber wir haben eindeutig eine Konjunkturbelebung.”
“Wir haben sehr positive Zahlen aus der Industrie. Zum ersten Mal sind wir da über der Nulllinie. Das heißt, mehr Unternehmen sagen uns, es läuft gut, als Unternehmen sagen, es läuft schlecht.”
Ohne die von der Regierung in Aussicht gestellten Reformen könnte die Miniatur-Trendwende allerdings von kurzer Dauer sein.
“Wenn es jetzt keine Strukturreform gibt, wenn zum Beispiel die Rentenreform weiter blockiert wird, wenn die Reform der sozialen Sicherungssysteme nicht kommt, dann wird das Ganze nur ein Strohfeuer sein. Der Staat leiht sich ja derzeit sehr viel Geld, pumpt das in die Wirtschaft. Da ist klar, dass das einen positiven Konjunktureffekt hat. Aber jetzt ist der Moment, um das durch die Strukturreform zu unterfüttern. Dann wird daraus längerfristiges Wachstum.“
Gleichzeitig sieht Fuest weiter strukturelle Probleme am Standort Deutschland. Das zeigten auch Investitionsentscheidungen der Autoindustrie. So baue Audi seine Produktion in den USA aus, weil Deutschland kein attraktiver Standort mehr für Verbrenner-Automobil-Investitionen sei.
