
Die Berliner Bürgermeisterkandidatin Elif Eralp (Linke) war bis zum vergangenen Jahr Mitglied der Roten Hilfe. Der Verein wird vom Verfassungsschutz als „die größte und eine der wichtigsten Gruppierungen im deutschen Linksextremismus“ eingestuft. Im aktuellen Verfassungsschutzbericht heißt es, „primäres Betätigungsfeld“ der Roten Hilfe sei „die Unterstützung linksextremistischer Straftäter“. Der Verein biete „einen Legitimationsrahmen für die Begehung von Straf- und Gewalttaten“.
Verurteilte Straftäter mit linker Gesinnung können bei der Roten Hilfe die Erstattung ihrer Straf- und Bußgelder beantragen. Deren Sanktionswirkung wird so ausgehebelt. Die Zahlungen des Vereins sollen die Täter ermutigen, nicht mit Polizei und Gerichten zu kooperieren: Die Regularien der Roten Hilfe sehen vor, dass der Verein einen Unterstützungsantrag ablehnen kann, wenn der Antragsteller in einem Strafverfahren eine Aussage macht oder sich entschuldigt.
Der Verfassungsschutz schreibt, Auswahl und Begründung der Unterstützungsfälle ließen erkennen, dass die Rote Hilfe „die Anwendung von Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung nicht nur befürwortet, sondern auch unterstützt“.
Was sagt Elif Eralp zu ihrer früheren Mitgliedschaft in der Roten Hilfe?
Eralps frühere Mitgliedschaft in dem Verein geht aus zwei früheren Auflagen des Handbuchs des Berliner Abgeordnetenhauses hervor. Sie sind im März 2022 und im Juli 2023 erschienen. Auch damals stufte der Verfassungsschutz die Rote Hilfe bereits als linksextrem und gewaltunterstützend ein. In der jüngsten Auflage des Abgeordnetenhandbuchs aus dem Oktober 2025 ist die Rote Hilfe bei den Vereinsmitgliedschaften Eralps nicht mehr erwähnt.
Die Landesgeschäftsstelle der Linkspartei schrieb der F.A.Z. an diesem Dienstag, Eralp sei während ihres Jurastudiums in die Rote Hilfe eingetreten, weil „sie unterstützen wollte, dass Menschen einen juristischen Beistand haben, die sich für linke und soziale Themen engagieren, auch wenn sie selbst nicht über die nötigen finanziellen Mittel verfügen“. Anschließend sei sie „über Jahre passives Mitglied“ gewesen. Über die Mitgliedschaft habe Eralp auf der Homepage des Abgeordnetenhauses „immer transparent“ informiert. Im vergangenen Jahr sei sie „wegen teilweise anderer politischer Ansichten“ ausgetreten – bevor sie Spitzenkandidatin zur Berliner Abgeordnetenhauswahl wurde.
Sympathien der Berliner Linkspartei für die Rote Hilfe zeigten sich auch im Wahlprogramm: Darin steht, „antifaschistische Vereine“ seinen „steuerlichen Angriffen ausgesetzt oder ihre Konten werden geschlossen“ – die Rote Hilfe wird als Beispiel genannt. Anschließend heißt es: „Wir stehen entschieden an ihrer Seite.“
