
Zum ersten Mal in der Geschichte des Rassemblement National (RN) zieht die Partei in Fraktionsstärke in den Senat, die zweite Parlamentskammer, in Paris ein. Das ist das Ergebnis der Teilwahlen am Sonntag und ein symbolischer Erfolg für Marine Le Pen sieben Monate vor den Präsidentenwahlen.
Bislang war ihre Partei nur mit drei Senatoren im Hohen Haus vertreten. „Das ist ein historischer Sieg und eine bedeutende Etappe“, jubelte Le Pen. Die Ergebnisse hätten ihre Hoffnungen überstiegen.
RN profitiert von Verschiebungen in Rathäusern
Der Senat umfasst 348 Sitze für eine Mandatsdauer von sechs Jahren. Alle drei Jahre wird die Hälfte der Sitze neu vergeben. Die Senatoren werden nicht direkt gewählt, sondern durch ein Wahlkollegium bestimmt, das sich überwiegend aus kommunalen Mandatsträgern sowie Abgeordneten auf nationaler und regionaler Ebene zusammensetzt. Der RN profitierte von den Verschiebungen bei den Kommunalwahlen im März, bei denen die Partei viele Mandate in den Rathäusern errang.
Um die Fraktionsstärke von zehn Sitzen zu erreichen, ist Le Pen auf die Splitterpartei ihres neuen Verbündeten Eric Ciotti angewiesen. Der ehemalige Vorsitzende der Republikaner war 2024 ein Bündnis mit dem RN eingegangen und wurde daraufhin aus der Partei ausgeschlossen. Ciottis Kandidaten konnten sich in den Hochburgen im Süden des Landes durchsetzen.
