Peter Zumthor sitzt auf der Terrasse seines Hauses in den Bündner Bergen und schaut nach oben, in die Äste eines Nussbaums. Zum weißen Fünftagebart trägt er wie immer Schlabberhose, Schlabberhemd und Schlabberschal. »Ich bewundere diesen Nussbaum«, sagt er, noch immer nach oben blickend, auf meine Frage, die höchstens indirekt mit seinem Baum zu tun hat.
Eigentlich will ich mit ihm über sein Projekt in Riehen bei Basel sprechen, wo jetzt ein neues Museumsensemble von ihm eröffnet wird, schon das zweite in diesem Jahr. Erst im April ist die internationale Kunstgemeinde nach Los Angeles gepilgert, um das neue LACMA zu sehen, einen skulpturalen Bau, den Zumthor über die Rasterquadrate der Riesenstadt wuchern lässt wie einen weißen nierenförmigen Pilz. Und nun die Erweiterung der feinen Fondation Beyeler, die in einem Park direkt an der schweizerisch-deutschen Grenze liegt, eines der beliebtesten Museen überhaupt. Der ursprüngliche Bau stammt von Renzo Piano, nun hat Zumthor drei weitere Ausstellungs- und Veranstaltungsgebäude wie ein Gärtner zwischen den Bestand gepflanzt. Wie er damit angefangen habe, wie er überhaupt anfange mit einem Projekt, will ich, noch einmal, von ihm wissen. »Ja«, sagt Zumthor darauf, als hätte er mich wieder nicht gehört, »den haben wir als kleines Bäumchen gepflanzt, meine Frau und ich.«
