
Im deutschen Mittelstand deutet sich eine moderate Entspannung an. Der Umsatz stieg im August um 0,7 Prozent gegenüber dem Vormonat und war saisonal und kalenderbereinigt 1,6 Prozent höher als vor einem Jahr. Das zeigt der Mittelstandsindex der Datev eG, den die F.A.Z. exklusiv veröffentlicht.
„Das starke Gastgewerbe und die kleinen Unternehmen führen den Mittelstand wieder über das Vorjahresniveau“, sagte Robert Mayr, der Vorstandsvorsitzende der Genossenschaft der steuerberatenden Berufe. Der Umsatzindex für den Mittelstand zeigt seit Jahresbeginn im Trend eine leichte Aufwärtsbewegung, die Basis für eine Erholung werden könnte. Immer noch aber ist der Umsatz rund zwei Prozent geringer als am Jahresbeginn 2023.
Das Gastgewerbe verzeichnete im August einen Umsatzanstieg von 10,2 Prozent gegenüber dem Vormonat. In anderen Branchen sah das Bild im August weniger positiv aus. Das verarbeitende Gewerbe meldete einen Umsatzanstieg von 1,5 Prozent und die sonstigen Dienstleistungen von 0,4 Prozent. Im mittelständischen Handel und im Baugewerbe ging der Umsatz zuletzt um 1,3 beziehungsweise 0,2 Prozent zurück.
In der Beschäftigung schlägt die leichte Besserung der Umsatzentwicklung sich noch nicht nieder. Für August meldet Datev eine mit einem Minus von 0,1 Prozent nahezu unveränderte Beschäftigungslage. Auf die wirtschaftliche Lage der kleinen und mittleren Unternehmen drückt, dass die Löhne weiter nahezu ungebremst steigen. Im August waren diese gemäß der Datev-Berechnung 5,6 Prozent höher als vor einem Jahr, wobei der Lohnanstieg sich quer durch alle Branchen zieht. „Die weiterhin hohen Lohnkosten halten den Druck auf die Unternehmen hoch“, sagte Mayr.
Datev, der Informationsdienstleister der Steuerberaterberufe, greift für den Mittelstandsindex auf die Umsatzsteuervoranmeldungen von mehr als einer Million Unternehmen und auf die Lohn- und Gehaltsabrechnung von mehr als acht Millionen Arbeitnehmern in Deutschland zurück.
Die Daten werden anonymisiert und aggregiert in dem Index verdichtet. Der Mittelstandsindex steht früher als die amtliche Statistik zur Verfügung und ermöglicht einen guten Blick auf die konjunkturelle Lage der mittelständischen Unternehmen.
