
Nachdem Anfang dieser Woche Drohnenteile in der Nähe des Fliegerhorsts Wunstorf in Niedersachsen gefunden worden waren, prüft die Bundesanwaltschaft einen möglichen Zusammenhang mit dem Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig. „Wir untersuchen, ob es einen Zusammenhang zwischen Leipzig und Wunstorf gibt“, sagte eine Sprecherin der Karlsruher Behörde am Freitag der F.A.Z.
Auf dem Fliegerhorst sind die zentralen Transportflugzeuge der Luftwaffe des Typs A400M stationiert. Sie werden von der Truppe auch als Tankflugzeuge genutzt. Die Bundeswehr bezeichnet die Maschinen als „das Rückgrat des militärischen Lufttransports“ und „fliegende Tankstelle“. Das Bundeskriminalamt wurde mit den Ermittlungen zu dem Vorfall nahe Wunstorf beauftragt. Ermittler suchen seit Anfang der Woche das Gelände in der Region Hannover nach weiteren Drohnenteilen ab. Sie gehen davon aus, dass die Drohne dort abgestürzt und in mehrere Teile zerbrochen ist.
Zuvor hatte der NDR berichtet, dass es sich um „dasselbe Modell“ handeln soll, das auch in Leipzig zum Einsatz kam. Demnach stammt ein Bauteil des Fluggerätes aus einem 3D-Drucker. Die „Bild“ hatte berichtet, dass in einer der Leipziger Drohnen Komponenten aus einem solchen Drucker verbaut gewesen seien. Eine mit der Angelegenheit vertraute Person wollte das der F.A.Z. nicht bestätigen; dafür sei es zu früh. Zwar gebe es einen „Anfangsverdacht“, dass die beiden Drohnen miteinander zusammenhingen. Dies könne jedoch möglicherweise im weiteren Ermittlungsverlauf entkräftet werden.
Nach Informationen des NDR sind bislang keine Hinweise gefunden worden, dass die nahe Wunstorf gefundene Drohne mit Sprengstoff ausgestattet gewesen sei. Nach dem versuchten Anschlag auf den Leipziger Flughafen im August, bei dem die Angreifer nach jetzigem Erkenntnisstand drei Drohnen einsetzten, wurde dagegen Sprengstoff entdeckt.
Zuletzt kam es auch zu Vorfällen im Baltikum und in Polen, hinter denen nach offiziellen Angaben russische Drohnen steckten. Polens Ministerpräsident Donald Tusk warnte am Donnerstag vor russischen Drohnenangriffen in den kommenden Wochen gegen Unterstützer der Ukraine. Es bestehe ein „reales Risiko“, dass unbemannte Fluggeräte auf das Gebiet eines oder mehrerer NATO-Staaten an der Ostflanke stürzten, sagte er im Parlament in Warschau. Moskaus offizielle Darstellung werde sein, „dass es sich um einen Unfall handelt“.
