Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat der deutschen Bundesregierung vorgeworfen, »wieder Krieg« gegen Russland führen zu wollen. Zu den Vorwürfen, Russland stecke hinter dem geplanten Drohnenanschlag am Leipziger Flughafen, sagte er: »Sie haben erklärt, es handele sich um eine russische Drohne, ohne dass jemand versucht hätte, genauer nachzuforschen.« Nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen sagte Lawrow weiter: »Dies ist letztlich der Beginn eines echten Krieges.« Der russische Chefdiplomat adressierte seine Vorwürfe direkt an Bundeskanzler Friedrich Merz: »Im Grunde steuert er auf eine Kriegserklärung gegen uns zu. Die Lehren der Geschichte sind nicht beherzigt worden.«
Zur Ankündigung der Bundesregierung, das russische Generalkonsulat in Bonn zu schließen, sagte Lawrow. »Ich erinnere mich, dass die Deutschen vor Beginn des Zweiten Weltkriegs, des Großen Vaterländischen Krieges, ebenfalls ihre diplomatischen Vertretungen geschlossen haben … Sie wollen wieder Krieg.«
Am vergangenen Dienstag hatten Bundesinnenminister Alexander
Dobrindt (CSU) und Außenminister
Johann Wadephul (CDU) die russische Regierung verantwortlich gemacht für den versuchten Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig/Halle. Dobrindt sprach von »beteiligten Personen«, die »im Auftrag
russischer staatlicher Stellen« gehandelt hätten.«Die
Bundesregierung kommt deswegen zum Schluss, dass Russland den hybriden Angriff
in Leipzig am 4. August zu verantworten hat.« Am Flughafen Leipzig/Halle war eine mit Sprengstoff beladene Drohne in der Nähe mehrerer ukrainischer Frachtflugzeuge entdeckt worden. Der Flughafen gilt als Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen an die Ukraine.
Russland wies die Vorwürfe als absurd zurück. Präsident Wladimir Putin sagte, die deutschen Vorwürfe seien eine »unbegründete Provokation« und eine beispiellose Eskalation in den russisch-deutschen
Beziehungen. Sie würden nicht ohne Folgen bleiben.
Bundeskanzler Merz äußerte sich am Wochenende erstmals öffentlich zu dem Thema. Man habe aus dem Leipziger Vorfall die richtigen Schlussfolgerungen gezogen, »mit einer sehr klaren Warnung an Russland, diese Art der hybriden Kriegsführung nicht fortzusetzen«, sagte der CDU-Politiker bei einer Wahlkampfveranstaltung in Langenhagen bei Hannover. »Jeder, der uns angreift, muss wissen: Wir sind fest entschlossen, unseren Rechtsstaat, unsere Demokratie, unsere offene Gesellschaft, auch die Integrität unseres Territoriums, wir sind fest entschlossen, uns zu verteidigen.«
