Auf der Karibikinsel Kuba sind die Temperaturen erstmals in der Geschichte des Landes auf null Grad gesunken. Eine Wetterstation in der Provinz Matanzas im
Norden der tropischen Insel habe einen Wert um den Gefrierpunkt von null
Grad aufgezeichnet, teilte der Wetterdienst Insmet am Dienstag mit. Es sei die niedrigste jemals gemessene
Temperatur in dem sonnenverwöhnten Karibikstaat.

Das Wetterzentrum von Matanzas meldete sogar
mit Frost überzogene Felder – angesichts der sonst vorherrschenden Hitze
in Kuba ein sehr ungewöhnliches Phänomen. Der letzte Niedrigrekord von
0,6 Grad war 1996 gemessen worden. Insmet zufolge war der jetzige
Temperatursturz auf eine heftige Kaltfront zurückzuführen, in deren Zuge
Polarluftmassen aus dem Norden des amerikanischen Kontinents auch in
die Karibik strömten.

Die Lebensumstände vieler Menschen im sozialistisch regierten Kuba sind seit Jahren prekär, die Kältewelle kommt nun erschwerend hinzu. Kuba kämpft mit
einer akuten Wirtschaftskrise, anhaltenden Stromausfällen, einer
Unterbrechung der Öllieferungen aus Venezuela und US-Sanktionen. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum kündigte diese Woche nach weiteren US-Zolldrohungen neue humanitäre Hilfslieferungen für den Inselstaat an.