
Die amerikanische Bundespolizei FBI hat rund 50 gestohlene antike Kunstgegenstände an Ägypten zurückgegeben. Wie das Magazin „ARTnews“ berichtet, wurde das Diebesgut bei einer Zeremonie in Los Angeles an Vertreter der ägyptischen Regierung überreicht. Der Käufer der archäologisch wertvollen Gegenstände habe sich selbst bei der Polizei gemeldet, nachdem er versucht habe, deren Herkunft und Importweg zu recherchieren.
Das Alter der gestohlenen Werke wird auf mehrere Tausend Jahre geschätzt, sie sollen aus einer Periode von 3100 vor Christus bis ins 9. Jahrhundert stammen. Die Amulette, geschnitzten Figuren und Grabbeigaben wurden damit laut dem Bericht in pharaonischer, römischer und koptischer Zeit geschaffen. Die ägyptische Botschaft betonte anlässlich der Rückgabe, dass es sich um unersetzliche kulturelle Zeugnisse handele.
Der Händler, der die antiken Gegenstände ohne Genehmigung der ägyptischen Behörden in die USA gebracht haben soll, sei verstorben, es werde aber weiterhin nach Komplizen gesucht, heißt es in dem Bericht. Beide Länder kooperieren seit einem Abkommen aus dem Jahr 2016 intensiver bei der Suche nach gestohlenen Werken. In den vergangenen zehn Jahren hätten die Vereinigten Staaten mehr als 5000 Stück Diebesgut an Ägypten zurückgegeben.
Die FBI-Abteilung für Kunstraub ermittelte seit 2004 mehr als 200.000 Werke im Wert von über einer Milliarde Dollar. Im Juli gab etwa FBI-Chef Kash Patel dem indonesischen Präsidenten Prabowo Subianto gestohlene Kunstobjekte der Dani und Asmat zurück. Ebenfalls im Juli konnte die Staatsanwaltschaft von Manhattan der mexikanischen Regierung Werke im Wert von 160.000 Dollar übergeben, darunter eine 1600 Jahre alte Nayarit-Skulptur, die aus dem Metropolitan Museum of Art beschlagnahmt worden war.
