Die Meldung sorgte dieser Tagung für Aufregung – sowohl in Italien als auch in Frankfurt. Emirates Airlines will nach Medienberichten möglicherweise schon ab dem Winterflugplan von Dubai über Mailand nach Lima fliegen und darf dann auch Tickets zwischen Norditalien und Peru verkaufen. Das wäre für die wachsende Zahl der Südamerika-Reisenden eine Genugtuung und willkommene Alternative.
Direktflüge von Europa nach Lateinamerika gibt es immer noch zu wenige für die große Nachfrage, über den Südatlantik haben sich ziemliche Monopole herausgebildet. Die meisten Flüge zwischen beiden Kontinenten gibt es aus Madrid, Platzhirsch Iberia bedient 18 Ziele in 16 Ländern, allein Buenos Aires bis zu viermal täglich, ein so breites Angebot schafft keine andere Airline.
Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Entsprechend teuer sind die Tickets, auch wenn vom Flughafen Barajas noch drei andere spanische Gesellschaften plus die Südamerikaner selbst den Südatlantik überqueren. An zweiter Stelle liegt Lissabon mit dem großen Angebot von TAP Air Portugal vor allem nach Brasilien. TAP fliegt allein 15 Städte im Land auf der Südhalbkugel direkt an. Auch Air France aus Paris bietet elf Ziele in Mittel- und Südamerika (ohne Karibik) an.
Lufthansa verbindet nicht viel mit Lateinamerika
Doch anderswo sieht es mau aus – Lufthansa hat neben San José in Costa Rica gerade mal vier Ziele auf dem südamerikanischen Kontinent im Angebot. Um das Angebot auszuweiten, bietet sie gerade im Wettrennen mit, um TAP zu übernehmen, und plant, ihre neue Tochter ITA aus Rom stärker für das Südamerika-Geschäft einzubinden. Doch bevor die über den Südatlantik aufrüsten kann, steht nun Emirates in Mailand in den Startlöchern, sobald sie die Genehmigung erhält, nonstop nach Lima zu fliegen. Daher die Aufregung in Frankfurt.
Das darf Emirates prinzipiell aufgrund ihrer Verkehrsrechte, die sie in Italien und anderswo besitzt, und tut es bereits. Die sogenannte fünfte Freiheit der Luftfahrt bezeichnet das Recht, Passagiere ohne Berührung des eigenen Heimatlandes A auch von B nach C zu fliegen und ihnen dafür Tickets zu verkaufen.

Derzeit fliegt Emirates bereits von Dubai via Mailand und dann mit vielen Italienern an Bord nach New York weiter, aber auch von Athen nach New York und von Barcelona nach Mexiko-Stadt, jeweils in Verlängerung von Flügen aus Dubai. Einen ähnlichen Weiterflug von Hamburg nach New York gab es bereits von 2006 bis 2014.
Viele dieser Flüge oft exotischer Airlines zwischen Zielen, wo sie niemand auf dem Radar hat, gelten gerade unter Vielfliegern, Meilensammlern und Flugzeugfans als Geheimtipp. Sie fliegen zwar viel seltener als die streckenbeherrschenden Gesellschaften, dafür sind Tickets meist erheblich günstiger, auch Buchungen mit Bonusmeilen problemlos möglich. Und es fliegen fast immer Großraumflugzeuge auf diesen kurzen Teilstrecken eines langen Gesamtumlaufs. Mit besserem Angebot etwa an Bordunterhaltung auch in Economyclass und mehr Platz an Bord.
Mit einer chinesischen Airline von Dänemark nach Island
Wer käme auf die Idee, auf der Strecke von Kopenhagen nach Keflavik bei Air China zu buchen? Doch die Chinesen verlängern ab Ende Oktober dreimal die Woche ihren Flug aus Peking via Kopenhagen neu nach Island und bieten dabei als einzige Airline überhaupt auf der Strecke flache Bettsitze in Businessclass, und das zu guten Zeiten und unglaublich günstigen 750 Euro hin und zurück bei einer Stichprobe. Air China hat auch neue Flüge zwischen Bukarest und Zagreb und bestehende Verbindungen ab Madrid nach São Paulo und nach Havanna im Angebot.
Ein australisches Onlineportal pflegt eine Liste von Flügen der fünften Freiheit weltweit und kommt aktuell auf sagenhafte 264 Routen. Zu den großen Nutzern der fünften Freiheit gehören Ethiopian Airlines mit 20 Verbindungen außerhalb ihrer Heimat und Emirates mit 16.
Morgens mit Singapore Airlines von Frankfurt nach New York
Die Äthiopier bieten innerhalb Westeuropas vier interessante Kurzstrecken mit ihren modernen Großraumjets, die längste ist Wien–Kopenhagen. In Deutschland landen aktuell kaum Flüge der fünften Freiheit, aber solche Angebote ändern sich oft kurzfristig. Aber nicht immer: Der seit Jahrzehnten bediente Klassiker hierzulande ist der Morgenflug von Singapore Airlines ab Frankfurt nach New York JFK. Der erste dorthin jeden Tag, meist weniger voll und günstiger als andere, Komfort an Bord können die Asiaten ohnehin vortrefflich. Und kurz vor Weihnachten, so lässt sich fast wetten, kommt wieder das jährliche Ticket-Schnäppchenangebot zum Shoppingtrip im Big Apple.
