In Sachsen-Anhalt hat ein CDU-Kommunalpolitiker Spendenzahlungen an die AfD öffentlich gemacht. Der Stendaler CDU-Kreistagsabgeordnete Bernd Prange teilt in einem „Offenen Brandbrief“ mit, dass er zweimal 5000 Euro an die AfD gespendet habe. Der 59 Jahre alte CDU-Politiker, der auch Bürgermeister der Gemeinde Altmärkische Höhe ist, will damit ein „klares Stoppzeichen“ dagegen setzen, dass „Teile der CDU dieses Land und ihre eigene Partei an die Linken verraten und verkaufen“.
Prange wünscht stattdessen eine Alleinregierung der AfD nach der Landtagswahl. Denn dies würde dazu führen, dass „die Brandmauer fällt“ und „Friedrich Merz abgesetzt wird“, schreibt Prange in seinem Brandbrief, über den zuerst die Magdeburger „Volksstimme“ berichtet hatte. Prange fordert auch den Sturz des CDU-Landesvorsitzenden und Ministerpräsidenten Sven Schulze.
Der sachsen-anhaltische CDU-Landesverband reagierte am Mittwochabend kurz nach dem Bekanntwerden des Schreibens und sprach von einem „sehr schwerwiegenden parteirechtlichen Vorgang“, sollte tatsächlich Geld an die AfD geflossen sein. „Niemand ist gezwungen, Mitglied unserer Partei zu bleiben, wenn er ihre politischen Grundüberzeugungen nicht mehr teilt“, äußerte CDU-Generalsekretär Mario Karschunke. Der zuständige Stendaler CDU-Kreisverband wird nun ein mögliches Parteiausschlussverfahren prüfen.
Die Spendenaktion von Prange ist Teil des CDU-internen Ringens um den künftigen Kurs. In der gesamten CDU gilt ein Unvereinbarkeitsbeschluss für „Koalitionen und ähnliche Formen der Zusammenarbeit“ sowohl mit der CDU als auch mit der Linkspartei. Mit einer von beiden Parteien wird die CDU nach der Wahl allerdings auf irgendeine Weise kooperieren müssen, sofern die AfD keine Mehrheit ohne die CDU bekommt. Ministerpräsident Schulze schließt Koalitionen mit der AfD und der Linkspartei aus, nicht aber eine informellere Zusammenarbeit mit der Linkspartei. Dieser Kurs ist innerhalb des Landesverbands aber nicht völlig unumstritten.

