
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ruft dazu auf, für die Rechte queerer Menschen einzutreten und für ihre Sicherheit in Deutschland zu sorgen. „In einer offenen Gesellschaft muss es allen möglich sein, ihren eigenen Weg zu gehen“, schreibt der Bundespräsident, und dass das ohne Angst, mit Stolz, im öffentlichen und privaten Raum gelte. Drei Wochen nach dem schrecklichen Anschlag auf den Christopher Street Day in Berlin zogen an diesem Wochenende in vielen deutschen Städten wieder Menschen durch die Städte, um genau das zu tun. Auch am kommenden Wochenende sind wieder Demonstrationen geplant.
Der Mut, Trotz und die Solidarität der Teilnehmer dieser Demonstrationen verdienen uneingeschränkte Bewunderung. Jedem muss klar sein, dass Anschläge wie der in Berlin nicht mit hundertprozentiger Sicherheit auszuschließen sind. Schwule und queere Menschen haben Feinde von rechtsextremistischer und islamistischer Seite, die Taten wie die in Berlin womöglich noch als wegweisend verstehen.
Der Bundespräsident verlangt darum mit Recht „konsequente Strafverfolgung, Sicherheit im öffentlichen Raum, Schutz der Zivilgesellschaft, eine Bildungsoffensive, Solidarität und Empathie“. Doch die Worte klingen leer, zu oft wurden sie schon gehört, nicht zuletzt vom deutschen Staatsoberhaupt selbst. Ein wirkliches, starkes Zeichen wäre es gewesen, wenn Steinmeier selbst auf einer dieser gefährdeten Paraden aufgetreten wäre.
