
Der Chipkonzern Intel hat über eine Kapitalerhöhung deutlich mehr Geld für Investitionen erhalten als erwartet. Dank einer hohen Nachfrage erhöhte das Unternehmen am Dienstag die Zahl der neu ausgegebenen Aktien auf knapp 211 Millionen. Dadurch erreichte die Kapitalerhöhung ein Volumen von 20 Milliarden Dollar, ein Drittel mehr als ursprünglich angepeilt. Die Papiere wurden zu je 95 Dollar zugeteilt. Dies entspricht einem Abschlag von 6,5 Prozent auf den Schlusskurs vom vergangenen Freitag. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte zuerst über die Aufstockung der Emission berichtet.
„Intels Kapitalerhöhung sendet ein klares Signal“, sagte Stephan Kemper, Chefanleger der Vermögensverwaltung der Bank BNP Paribas. „Wenn eine Platzierung von 15 Milliarden Dollar zu einem überschaubaren Abschlag in kürzester Zeit mehrfach überzeichnet ist, bleibt das Vertrauen des Kapitalmarktes in den KI-Ausbau ungebrochen.“
Mit der Emission nutzt Intel die Gunst der Stunde. Dank des Sanierungskurses von Firmenchef Lip-Bu Tan hat sich der Kurs der Aktie in den vergangenen zwölf Monaten mehr als verfünffacht. Das frische Kapital dient dem Ausbau der Chipauftragsfertigung. Diese Sparte, die in den vergangenen Jahren milliardenschwere Verluste anhäufte, kann die Nachfrage nach eigenen Angaben nicht mehr bedienen.
Intel hat zwar den Trend zu Hochleistungschips für Künstliche Intelligenz (KI) verschlafen. In den Rechenzentren, die derzeit weltweit aus dem Boden schießen, werden aber auch traditionelle Zentralprozessoren (CPUs) verwendet. Für die Nutzung schon trainierter KI-Modelle und den Einsatz von KI-Agenten, die Aufgaben weitgehend eigenständig erledigen, werden ebenfalls CPUs benötigt.
Der Halbleiterhersteller gewann in den vergangenen Monaten unter anderem den Internetkonzern Google und das Raumfahrtunternehmen SpaceX als Kunden. Zudem erwägt der Großaktionär Nvidia, Intel mit der Produktion eines neuen Prozessors zu beauftragen. Mit dem iPhone-Anbieter Apple laufen ebenfalls Verhandlungen.
