Der Weltfußballverband Fifa hat Gegner und Kritiker ihres Präsidenten Gianni Infantino gewarnt. »Immer deutlicher wird, dass einige Akteure gezielt und fortlaufend versuchen, die Fifa und ihren Präsidenten zu schwächen«, teilte der Verband in einer Stellungnahme mit. »Wenn Berichte unzutreffend oder irreführend sind, wird die Fifa ihnen unmittelbar und energisch entgegentreten.« Spekulationen dürften nicht als Tatsachen dargestellt werden.
Welche Berichte und Akteure gemeint sind, machte die Fifa in ihrer Stellungnahme nicht deutlich. Es hieß lediglich, in der jüngsten Berichterstattung seien unbelegte Behauptungen und nachweislich falsche Aussagen über die Fifa und ihren Präsidenten verbreitet worden. Es gehe jedoch darum, den Verband zu stärken und den Fußball weiter »wirklich global zu machen«. Der Fokus bleibe fest auf diese Aufgabe gerichtet.
Der Verband werde »keinerlei Verfahren im Zusammenhang mit der Wahl des Fifa-Präsidenten unterstützen, fördern oder dulden, die im Widerspruch zu den Fifa-Statuten, den demokratischen Verfahren und dem etablierten Governance-Rahmen stehen«. Infantino sei demokratisch gewählt worden.
Rücktrittsforderungen aus Europa
Infantino, der bislang der einzige erklärte Kandidat für die Wiederwahl im März 2027 ist, steht seit der überraschenden Vorstellung des inzwischen zurückgezogenen Investorenplans in der vergangenen Woche in der Kritik. Während aus Europa bereits Rücktrittsforderungen laut wurden und die Uefa weiter an einem möglichen WM-Boykott festhält, stellten sich mehrere Mitglieder des südamerikanischen Kontinentalverbandes CONMEBOL und auch der afrikanische Kontinentalverband CAF hinter Infantino. Die Nationalverbände von England, Schweden, Wales und Serbien entzogen ihm hingegen offen ihre Unterstützung.
Zuletzt gab es neue Anschuldigungen gegen Infantino. So soll der Fifa-Präsident in seiner Zeit als Uefa-Generalsekretär (2009 bis 2016) eine Abfindung in sechsstelliger Höhe für eine enge Mitarbeiterin herausgehandelt und die Gebühren für ein Studium finanziert haben. Der britischen Tageszeitung zufolge soll die Frau seine »Geliebte« gewesen sein. Die Uefa bestätigte der Nachrichtenagentur SID auf Nachfrage eine Zahlung.
