Nach führenden SPD-Politikern haben sich auch einflussreiche CDU-Vertreter für eine Frau als Nachfolgerin des aktuellen Bundespräsidenten ausgesprochen. »Es wäre schön, wenn auf Frank-Walter Steinmeier eine Frau folgte«, sagte Unionsfraktionschef Thorsten Frei den Zeitungen der Funke Mediengruppe. »Ich persönlich würde mir das wünschen.« Notwendig sei generell eine Kandidatin oder ein Kandidat »mit einer gefestigten Persönlichkeit, einer möglichst unerschütterlichen Autorität und einer großen Fachkunde der politischen Abläufe«.
Angesprochen auf die CSU-Politikerin Ilse Aigner, die CSU-Chef Markus Söder vor einigen Wochen ins Spiel gebracht hatte, sagte Frei: »Ilse Aigner als erfahrene, qualifizierte und beliebte Politikerin wäre für das Amt der Bundespräsidentin unzweifelhaft geeignet. Ich schätze sie außerordentlich.«
Auf die Frage, ob Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) ein gutes
Staatsoberhaupt wäre, sagte Frei: »Boris Rhein ist ein starker
Ministerpräsident und eine untadelige Persönlichkeit. Es besteht nicht
der geringste Zweifel daran, dass er ein gutes Staatsoberhaupt sein
könnte.« Die Bild-Zeitung hatte kürzlich berichtet, dass in Regierungs- und
Unionskreisen der Name von Rhein immer häufiger genannt werde.
CDU-Vizechefin wünscht sich Gegenmodell zu radikalen Kräften
Für eine Bundespräsidentin wirbt auch CDU-Vizechefin Silvia Breher. »Wir brauchen gerade in diesen herausfordernden Zeiten, in denen die Polarisierung zunimmt und radikale Kräfte an Zulauf gewinnen, ein Gegenmodell im Bundespräsidialamt: eine Person, die empathisch ist, eine positive Ausstrahlung hat und Menschen tatsächlich erreichen kann«, sagte Breher dem Focus. »Es sind vor allem Frauen, die diese wichtigen Eigenschaften vereinen.«
Auch aus Sicht von Baden-Württembergs
Ministerpräsident Cem Özdemir wäre die Wahl einer Frau ein Signal: »Nach
zwölf Männern im Amt des Bundespräsidenten fände ich es ein starkes und
wichtiges Zeichen, wenn Deutschland erstmals eine Bundespräsidentin
bekäme«, sagte der Grünen-Politiker den Funke-Zeitungen. »Denn es gibt
in unserem Land so viele herausragende Frauen, die die Erfahrung, die
Autorität und die verbindende Kraft für dieses Amt mitbringen.«
Die Amtszeit von Bundespräsident Steinmeier endet im Frühjahr 2027. Am 30. Januar kommenden Jahres wird ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin gewählt. Nach zwei Amtszeiten darf Steinmeier nicht mehr kandidieren. Für eine Nachfolgerin hatten sich schon führende Politikerinnen und Politiker von SPD und Grünen ausgesprochen.
