Ein Waldbrand hat in der Großstadt Spokane im Nordwesten der USA Tausende Menschen zur Flucht gezwungen. Die Flammen breiteten sich rasch in der 230.000-Einwohner-Stadt im Bundesstaat Washington aus und zerstörten Hunderte Gebäude. In einigen Teilen der Stadt seien Häuser und Bäume regelrecht explodiert, berichtete die Zeitung The Spokesman-Review. Dichter Rauch lag über der Stadt.
In manchen Vierteln blieben nur noch die Schornsteine von Häusern übrig, wie auf Bildern zu sehen war, die der örtliche Fernsehsender KXLY veröffentlichte. Demnach wurden mindestens 600 Gebäude zerstört oder beschädigt. Laut dem Nachrichtensender CNN wurden mindestens 2.180 Hektar Fläche zerstört.
Für mehrere nördliche Viertel der Stadt war am Wochenende die höchste Evakuierungswarnstufe ausgerufen worden, verbunden mit dem Aufruf »Sofort verlassen«. Der Gouverneur von Washington, Bob Ferguson, rief angesichts einer der schwersten Waldbrände seit Beginn der Aufzeichnungen den Notstand aus. Rund 60.000 Menschen waren ohne Strom.
Washington erlebt viertes Dürrejahr in Folge
Der als Old-Trails-Feuer bezeichnete Brand hatte sich über das Ufer des Flusses Spokane River und somit auf das Stadtgebiet ausgebreitet. Die Nationalgarde des Bundesstaats teilte mit, sie mobilisiere »mit Hochdruck« Einsatzkräfte zur Unterstützung der Stadt.
Im gesamten Bundesstaat Washington brannten nach Angaben des Gouverneurs zwölf große Feuer auf einer Gesamtfläche von mehr als 80.900 Hektar. Washington erlebt das vierte Dürrejahr in Folge – so viele hintereinander wie noch nie. »Unsere Rekorddürre und die starken Winde schaffen im gesamten Bundesstaat gefährliche Bedingungen«, sagte der Gouverneur. Bis Ende September sind die meisten offenen Feuer und das Verbrennen landwirtschaftlicher Abfälle untersagt.
Der Nationale Wetterdienst hatte für den Osten Washingtons zuvor wegen der extremen Brandgefahr eine Warnung vor einer »besonders gefährlichen Lage« ausgegeben. »Dieses Jahr gehört schon jetzt zu den arbeitsreichsten Waldbrandjahren seit Beginn der Aufzeichnungen – und der August hat gerade erst begonnen«, sagte der für die öffentlichen Ländereien zuständige Behördenleiter Dave Upthegrove. Insgesamt seien in diesem Sommer bereits rund 180.000 Hektar Land verbrannt.
