Auf einmal wirkte das Land leerer. Stiller. Keiner mehr da. Alle gestorben, hochbetagt. Die deutsche Öffentlichkeit hat sich in den vergangenen Jahrzehnten an die Namen einiger Männer gewöhnt, die verlässlich für das Land sprachen, stark, streitbar, strittig. An ihrem Denken erkannten nicht nur die europäischen Nachbarn nach 1945 die Bundesrepublik, sondern auch die globalisierte Welt hörte hin, wenn sie sprachen.
Das waren der Philosoph Jürgen Habermas und der Filmemacher Alexander Kluge, der Dichter Hans Magnus Enzensberger und der Ägyptologe Jan Assmann, der Jurist Ernst-Wolfgang Böckenförde, die Soziologen Ralf Dahrendorf und Ulrich Beck, die Historiker Reinhart Koselleck und Hans-Ulrich Wehler, die Schriftsteller Günter Grass und Martin Walser. Kriegskinder oder blutjunge Soldaten.
