Die US-Regierung hat sich positiv über die Gespräche von US-Präsident Donald Trump mit dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj sowie dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu geäußert. »Beide Treffen verliefen positiv und produktiv!«, schrieb Trumps Sprecherin Karolien Leavitt auf X. An beiden Gesprächen nahmen unter anderem auch US-Außenminister Marco Rubio und US-Verteidigungsminister Pete Hegseth teil; die Begegnung mit Netanjahu dauerte etwa eineinhalb Stunden, die mit Selenskyj etwa eine Stunde.
Auch Selenskyj zeigte sich nach dem Treffen mit Trump zufrieden. Hauptthema des Gesprächs im Oval Office waren nach seinen Angaben Lizenzen für die ukrainische Produktion von US-Abfangraketen
für das Patriot-System sowie die Wiederaufnahme von
Friedensverhandlungen mit Russland. »Wir haben auch über Diplomatie
gesprochen – es ist wichtig, den diplomatischen Prozess zu
intensivieren«, schrieb Selenskyj auf Telegram. Die Begegnung von Selenskyj und Trump fand hinter verschlossenen Türen statt und endete US-Medien zufolge nach einer guten Stunde.
Die USA unter Trump sehen ihre Rolle im Ukrainekrieg als die eines Vermittlers – ihre Bemühungen für ein Kriegsende sind zuletzt aber auch infolge des eigenen Krieges gegen den Iran in den Hintergrund geraten. Der Irankrieg wiederum dürfte Hauptthema des Treffens von Trump mit Netanjahu gewesen sein.
Netanjahu hatte bereits zu Beginn seiner US-Reise gesagt, dass es in dem Gespräch vor allem um den Iran gehen werde. Es handelt sich um das erste Treffen von Trump und dem israelischen Regierungschef im Weißen Haus seit Beginn des Irankriegs. Der Besuch wurde auch deshalb mit Spannung erwartet, weil unterschiedliche Interessen im Ende Februar gemeinsam von Israel und den USA begonnenen Krieg zuletzt Risse in der Beziehung der engen Verbündeten offenbarten.
Verhältnis von Trump und Netanjahu belastet
Nach Darstellung von Trump versuchte der israelische Ministerpräsident, die USA davon zu überzeugen, sich nicht vom Krieg im Iran abzuwenden. Berichten zufolge wollte Netanjahu Trump auch Geheimdienstinformationen über mutmaßliche Bemühungen des Iran vorlegen, seine militärischen Fähigkeiten wieder aufzubauen.
Das einst gute Verhältnis zwischen Trump und Netanjahu gilt auch wegen der Differenzen im Irankrieg als belastet. Während die israelische Regierung den Krieg gegen den Iran fortsetzen will, lag Trumps Fokus zuletzt auf einer diplomatischen Lösung.
Netanjahu und Selenskyj halten sich anlässlich der Beerdigung des kürzlich verstorbenen US-Senators Lindsey Graham in der US-Hauptstadt auf. Der Republikaner galt als vehementer Unterstützer sowohl der Ukraine als auch Israels.
