Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) hat das Singen der DDR-Hymne auf einer AfD-Veranstaltung in Sachsen-Anhalt deutlich kritisiert. Er bezeichnete den Vorfall als »extrem befremdlich«. Besonders problematisch sei es, wenn politische Vertreter an einer solchen Aktion teilnehmen, sagte Frei im Sender Welt TV. Es gelte insbesondere dann, »wenn das von politischen Repräsentanten gemacht wird, die damit ja ganz offensichtlich auch politische Botschaften verbinden möchten«.
Der Vorfall ereignete sich am Dienstagabend bei einer Podiumsdiskussion der AfD in Dessau-Roßlau. Zu der Veranstaltung waren unter anderem AfD-Bundeschef Tino Chrupalla, der Spitzenkandidat der Partei für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt, Ulrich Siegmund, sowie der Kabarettist Uwe Steimle eingeladen.
Zum Abschluss der Veranstaltung sollte eigentlich die deutsche Nationalhymne gesungen werden. Stattdessen begann Steimle zunächst mit der DDR-Hymne »Auferstanden aus Ruinen«. Chrupalla und Siegmund sangen diese teilweise gemeinsam mit Steimle und zahlreichen Besucherinnen und Besuchern mit. Erst danach wurde auch die deutsche Nationalhymne angestimmt.
In Sachsen-Anhalt wird am 6. September ein neuer Landtag gewählt. Nach aktuellen Umfragen liegt die AfD deutlich vor der CDU, die derzeit den Ministerpräsidenten stellt. Der AfD-Landesverband in Sachsen-Anhalt wird vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestuft.
