
Es hat sehr lang gedauert, bis Deutschland in der Altersvorsorge handelte. Seit den Berechnungen der Denkfabrik von Meinhard Miegel und Kurt Biedenkopf zur künftigen Belastung der Umlagerente sind mehr als 40 Jahre vergangen. Nun soll die Kapitalrente kommen, und Deutschland tut gut daran, sich an Schweden zu orientieren.
Vom dortigen Staatsfonds AP7, der kostengünstig und risikoreich am Kapitalmarkt anlegt, kann man sich fast alles abschauen, was es auch hier braucht: eine unabhängige Institution erfahrener Kapitalanlageexperten, die mit einem klaren Mandat für künftige Ruheständler renditeorientiert anlegen.
Es gibt dabei genügend Klippen zu umschiffen: Was werden Rechtsautoritäre dazu sagen, wenn Beiträge zwangsweise in nachhaltige Kapitalanlageprodukte gelenkt werden müssen? Kann der Staat einen Fonds dazu zwingen, Infrastruktur zu finanzieren?
Ob es am Ende der Staatsfonds Kenfo oder die Bundesbank richtet – entscheidend sind deshalb ein klares Mandat, transparente Kommunikation und die Gewähr, dass das Geld nicht zweckentfremdet wird. Denn was man nicht vergessen darf: Schon das Navigieren durch volatile Märkte mit verunsicherten Bürgern erfordert sehr viel Geschick und gute Regeln.
