
Die für mehr als 250 Millionen Euro neu gebaute und seit drei Jahren über sechs Fahrspuren verfügende Schiersteiner Brücke, die zwischen den Landeshauptstädten Mainz und Wiesbaden den Fluss überspannt, gehört zu den wichtigsten Verbindungen zwischen Rheinland-Pfalz und Hessen. Nun wollen der Bund und die zuständige Autobahn GmbH dafür sorgen, dass der Verkehr künftig auch auf der linken Rheinseite, also im direkten Anschluss an das bereits ausgebaute Teilstück, besser fließt. Dafür soll im Verlauf der Autobahn 643 zwischen den Mainzer Stadtteilen Mombach und Gonsenheim schnellstmöglich die marode Vorlandbrücke abgerissen und ebenfalls durch einen Neubau ersetzt werden.
Läuft alles nach Plan, dürfte demnächst auch der auf massiven Pfeilern im Mombacher Unterfeld ruhende Autobahnabschnitt sechsspurig ausgebaut werden. Denn derzeit stört vor allem die noch notwendige Verschwenkung am Ende der 1280 Meter langen Schiersteiner Brücke den Verkehrsfluss. Zudem wurde die Abfahrtsrampe nach Mombach vor Monaten gesperrt.
Höchste Priorität für Vorlandbrücke
Der nun „mit Priorität“ geplante Ersatzneubau der Vorlandbrücke, der für sich allein genommen offenbar größere Chancen hat, im Planfeststellungsverfahren rasch genehmigt und möglichst auch nicht Gegenstand einer Klage zu werden, sei ein „wichtiger Baustein für eine leistungsfähige und moderne Verkehrsinfrastruktur rund um Mainz“, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Mitteilung der Autobahn GmbH und des Bundesverkehrsministers, Patrick Schnieder (CDU).
Der Komplettausbau der acht Kilometer langen A 643, die zwischen Schiersteiner Brücke und der A60 den geschützten „Mainzer Sand“ tangiert, ist seit Jahrzehnten umstritten. Während der Bund eine „große Lösung“, also eine sechsspurige Autobahn mit Lärmschutzwänden, präferiert, bevorzugen Umweltschützer die Vier-plus-zwei-Variante mit vier Fahrstreifen plus zwei lediglich im Bedarfsfall zusätzlich freizugebenden Standspuren.
