Wenn man sich trennt, ist Abstand das Beste – da sind sich Freunde, Therapeutinnen und praktisch alle Ratgeber einig. Um Raum für sich zu haben, die Trennung zu verarbeiten, sich nicht immer wieder aufs Neue dem pieksenden Schmerz auszusetzen, wenn man der Person in die Augen schaut, die einen vor ein paar Wochen noch geliebt hat und es jetzt nicht mehr tut.
Aber so einfach ist das mit dem Abstand oft nicht. Manchmal ist es sogar unmöglich.
Wenn man als Paar zusammengewohnt hat,
findet man oft nicht schnell eine neue Wohnung, die man sich auch noch
leisten kann. Also dauert es, gerade in Großstädten, oft Wochen, manchmal sogar Monate, in denen man getrennt ist, aber wegen des Wohnungsmarkts noch immer zusammenwohnt.
Dann lebt man noch immer in denselben Zimmern, aber unter ganz anderen Voraussetzungen. Man muss den Alltag trennen, den man gemeinsam geführt hatte, sich überlegen, wie man sich jetzt miteinander verhält: ob man zu
anderen Zeiten isst, um dem Ex nicht zu begegnen, während man sich ein
Spiegelei brät, ob man das neue Date lieber nicht mit nach Hause bringt.
Das kann frustrieren, wütend machen oder traurig.
Oder vielleicht auch eine ganz neue Chance bieten.
Wir
suchen Paare, die nach der Trennung weiter zusammenwohnen – und
möglicherweise sogar wieder zusammengefunden haben. Wie haben Sie den
Wechsel vom Paar zu (unfreiwilligen) Mitbewohnern erlebt? Welche
Lösungen haben Sie gefunden, um sich aus dem Weg zu gehen – oder wollten Sie das gar nicht? Wie haben sich Ihre Gefühle füreinander verändert? Hatte Ihr unfreiwilliges Zusammenleben vielleicht sogar ein Happy End?
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