In der Demokratischen Republik Kongo ist die Zahl der bestätigten Ebola-Todesfälle auf mehr als 400 gestiegen. Von den 1.406 Menschen, die sich seit Ausbruch der Epidemie Mitte Mai nachweislich infizierten, starben bisher 438 an der hochansteckenden Krankheit, wie die kongolesische Gesundheitsbehörde INSP mitteilte. Die Sterblichkeitsrate liegt damit bei gut 31 Prozent.
Die Gesundheitsbehörde gab auch einen ersten Todesfall in der Großstadt Kisangani im Nordosten des Landes bekannt, die fast 600 Kilometer vom Epizentrum des Ausbruchs entfernt ist. In Kisangani, der Hauptstadt der Provinz Tshopo, leben 1,5 Millionen Menschen.
Bisher traten fast alle Infektionen und Todesfälle in der Provinz Ituri auf, wo Konflikte zwischen verschiedenen bewaffneten Gruppen stattfinden. Betroffen sind aber auch die benachbarten Provinzen Nord-Kivu und Süd-Kivu.
Bisher gibt es keine Therapie gegen die Bundibugyo-Variante
Die Übertragung des Ebola-Virus erfolgt durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Infizierten. Hoch ansteckend sind auch die Leichen Verstorbener, oft wird das Virus daher bei Begräbnissen übertragen. Die aktuelle Epidemie wird von der erstmals 2007 nachgewiesenen seltenen Bundibugyo-Variante des Virus verursacht. Gegen sie gibt es bisher keinen Impfstoff und keine gezielte Therapie.
Ein klinischer Test zweier antiviraler Therapieverfahren gegen Ebola hat in der Demokratischen Republik Kongo unterdessen jedoch begonnen. Dabei wird auch geprüft, ob die Kombination beider antiviraler Medikamente zusätzliche Vorteile für Patienten mit Ebola vom Erregertyp Bundibugyo bietet.
»Auch ohne zugelassene Therapien genesen Menschen«
Der kongolesische Gesundheitsminister Roger Kamba sagte, die klinische Studie gebe Patienten, ihren Familien und den betroffenen Gemeinden Hoffnung. Die Ergebnisse könnten dazu beitragen, nicht nur während des aktuellen Ausbruchs Menschenleben zu retten, sondern auch die Vorsorge für künftige Epidemien zu stärken.
Der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus, sagte: »Auch ohne zugelassene Therapien genesen Menschen von dieser Krankheit. Mit sicheren und wirksamen Therapien könnten wir jedoch noch viel mehr Leben retten.«
