DGB-Chefin Yasmin Fahimi kritisiert die Reformpläne der Bundesregierung. Im Interview erklärt sie, warum die Gewerkschaften eine eigene Rentenkommission eingesetzt haben, zu welchen Empfehlungen dieses Gremium gekommen ist – und warum Superreiche stärker besteuert werden sollten.
DIE ZEIT: Frau Fahimi, die Bundesregierung stellt in diesen Tagen ihre Reformen
vor: Rente, Einkommensteuer, Pflegeversicherung. Wie ist Ihr Eindruck: Geht es
dabei gerecht zu?
Yasmin Fahimi: Gerecht geht es in Deutschland schon lange nicht mehr zu, und darüber
müssen wir reden. Bei den aktuellen Reformvorschlägen, die wir bisher kennen,
sehe ich kaum strukturelle Verbesserungen, sondern im Wesentlichen
Kürzungsprogramme.
