Nach einem ersten
bestätigten Ebola-Fall in Frankreich versucht die Demokratische Republik Kongo,
Menschen aus Virusgebieten an Auslandsreisen zu hindern. Das Land hat die Ausreiseregeln
verschärft: Wer sich in einer betroffenen Provinz aufgehalten hat, darf erst nach einer 21-tägigen Quarantäne ins Ausland reisen.
Die neuen Regeln,
die das kongolesische Gesundheitsministerium diese Woche verhängt hat, gelten auch für medizinisches Personal und Helfer. Alle ausreisenden Passagiere müssen
zudem ein Gesundheitsformular ausfüllen, das Fluglinien dann
kontrollieren.
Frankreich hatte
am Mittwoch einen ersten Ebola-Fall bei einem Arzt bestätigt, der aus dem Kongo zurückgekehrt war. Der Helfer war in der Hauptstadt Kinshasa ohne
Symptome in ein Linienflugzeug
gestiegen, hatte sich jedoch während des Fluges zunehmend
krank gefühlt. Der Mann wird in einem französischen Krankenhaus isoliert.
Gipfel der Epidemie kommt noch
Die Epidemie
breitet sich unterdessen im Kongo weiter rasant aus. Die afrikanische
Gesundheitsbehörde Africa CDC rechnet damit, dass die Zahl der Ebola-Toten in
dem Land in wenigen Tagen auf über 300 steigen wird. Aktuell sind im Kongo nach
CDC-Angaben 1.118 Ebola-Infizierte bestätigt, von denen 291 gestorben sind.
Obwohl der Gipfel
des Ausbruchs noch nicht erreicht sei, seien bereits 95 Prozent der
Bettenkapazitäten ausgeschöpft, sagte CDC-Generaldirektor Jean Kaseya in seiner
wöchentlichen Pressekonferenz. »Wir müssen Behandlungszentren bauen und
Bettenkapazitäten erhöhen«, betonte Kaseya.
Der schnelle
Anstieg der Fälle bereitet Sorgen – in keiner früheren Ebola-Epidemie auf dem
Kontinent war die Zahl der bestätigten Fälle in den ersten fünf Wochen so hoch wie
bei dem aktuellen Ausbruch.
Doch es gibt auch
gute Nachrichten: In der kommenden Woche sollen in Bunia, der Hauptstadt der
besonders betroffenen Provinz Ituri im Nordosten des Kongo, klinische Verfahren
für Medikamente beginnen, sagte Kaseya.
Ebolafieber ist
eine lebensbedrohliche Krankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und
Kontakt mit Körperflüssigkeiten übertragen. Der aktuelle Ausbruch ist besonders
schwer einzudämmen, auch weil es für den Ebola-Erreger vom Typ Bundibugyo
bislang weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt.