Es ist eine Tradition, in diesem Jahr eine schweißtreibende: Mit einem Umzug durch die Innenstadt ist der Hessentag in Fulda am Sonntag zu Ende gegangen. Mehr als 120 Fußgruppen, Motivwagen und Musiker, rund 3500 Menschen, machten sich auf den knapp zwei Kilometer langen Weg, wegen der Hitze palettenweise mit Wasser versorgt. Ihr Marsch und die Übergabe der Hessentagsfahne markierten das Ende des zehntägigen Landesfests, das im nächsten Jahr in Idstein im Rheingau-Taunus-Kreis ausgerichtet wird.
Während der Hessentag sich also auf den Weg vom Osten des Landes in dessen Westen macht, sind die Organisatoren in Fulda hochzufrieden. Schon vor dem zweiten Festwochenende sind die Erwartungen an die Zahl der Besucher übertroffen worden: Bis zum Sonntagabend sind nach Angaben der Landesregierung rund 1,1 Millionen Menschen gezählt worden.

Der Auftakt am Freitag vor einer Woche war noch eine Angelegenheit für wasserfeste Gemüter gewesen. Ein sanfter, aber ausdauernder Nieselregen hatte die Eröffnung des Landesfests im Zentrum Osthessens begleitet. Die letzten Tage aber war die Hitze dagegen ein großes Thema. Die Rettungsdienste hatten die Zahl ihrer Sanitäter aufgestockt, um hitzegeplagten Besuchern im Notfall helfen zu können. Dazu Appelle, viel zu trinken, aber lieber Wasser und Tee als Bier und Wein.
Regen zum Auftakt, Hitze zum Schluss
Das galt erst recht für die 3500 Teilnehmer und die Besucher des Umzugs, für die die Fuldaer Veranstalter noch einmal 15 Paletten Wasserflaschen beschafft hatte. Immerhin vier Stunden waren für den Zug durch Fulda einzurechnen – bei mehr als 30 Grad ein Härtetest für Musikzüge und Trachtengruppen.
Schon vor dem Umzug zum Ende des Hessentags zeigen sich die Veranstalter mehr als zufrieden. Zum einen über die Besucherzahl jenseits der erwarteten 700.000, zum anderen über den Verlauf: Auch aus Sicht der Polizei blieb alles ruhig und fröhlich, mit ein paar „veranstaltungsbedingten Einsätzen“. Aufreger waren noch am ehesten ein herrenloser Rucksack und eine Schlange, die sich aber schnell als harmlose Ringelnatter erwies und erschrockener als die Besucher gewesen sein dürfte.
Erfüllt haben sich auch die Erwartungen an die Großveranstaltungen, vor allem die Konzerte auf dem Domplatz, einem schon etablierten Schauplatz für Musik. Der Schlagerstar Roland Kaiser sang vor 11.000 Besuchern, auch das Konzert mit Peter Maffay am Sonntag war ausverkauft. Zu den weiteren Stars zählten die Band Roxette, Clueso und Sarah Connor – vor dem Hohen Dom zu Fulda St. Salvator setzten die Konzertorganisatoren auf bewährte Kräfte. Auch denen wird es gefallen haben, dass bei diesem Hessentag die Bühne nicht auf einem Acker am Stadtrand aufgebaut worden ist, sondern sie im Herzen Fuldas auftraten.
Dank an die Helfer
Aber selbst die Angebote auf den großen Freiflächen wie zum Beispiel die Ausstellungen von Polizei und Feuerwehr verlangten den Besuchern keine großen Fußmärsche oder Fahrten in den Shuttlebussen ab: Die Fuldaauen sind nur wenige Fußminuten vom barocken Stadtzentrum entfernt. Entsprechend hatte die Fuldaer Stadtverwaltung schon im Vorfeld für einen „Hessentag der kurzen Wege“ geworben.
Alles in allem waren es mehr als 1200 Veranstaltungen, die während des zehntägigen Landesfestes angeboten wurden, und gut besucht waren sie alle. Vor allem entlang der Hessentagsstraße, die sich durch die Fuldaer Innenstadt gewunden hat, war von der Eröffnung bis zum Umzug reger Betrieb. Ein Anlaufpunkt war dabei auch das „Kaufhaus Karl“, in dem das Land Hessen und seine Institutionen untergekommen waren. Nach der Schließung des Warenhauses hatte die Stadt das Anwesen gekauft und nutzt es seitdem als „Pop-up-Kaufhaus“ für wechselnde Veranstaltungen.
Das Resümee der Verantwortlichen vom hessischen Ministerpräsidenten Boris Rhein bis hin zu Fuldas Oberbürgermeister Heiko Wingenfeld (beide CDU) fiel erwartungsgemäß positiv aus. Beide lobten die haupt- und ehrenamtlichen Helfer sowie die Einsatzkräfte von Polizei und Rettungsdiensten: Sie hätten den reibungslosen Verlauf des Landesfestes möglich gemacht.
