Mehrere Tausend Menschen haben in
Belfast als Reaktion auf schwere rassistisch
motivierte Ausschreitungen in Nordirland gegen Rassismus demonstriert. Die Kundgebung unter dem Motto Together Against Hate wurde laut Nachrichtenagentur PA von der Organisation Unite Against Racism vor dem Rathausplatz in Belfast organisiert.
Auf Plakaten waren Aufschriften
wie »Rassisten, geht nach Hause« und »Euer Rassismus
ist kein Patriotismus« zu sehen.
In den vergangenen Tagen war es zu rassistisch motivierten Krawallen in Belfast
gekommen. Anlass der Ausschreitungen war ein Messerangriff am Montagabend mit einem Schwerverletzten
gewesen. Wegen der Tat ist ein Verdächtiger aus dem Sudan wegen versuchten
Mordes angeklagt worden.
Rassistische Krawalle waren teils online koordiniert
Randalierer waren teils vermummt durch die Straßen gezogen und
hatten Fahrzeuge in Brand gesetzt und Wohnhäuser
angezündet. Bewohner mussten gerettet werden. Betroffen waren vor allem
ethnische Minderheiten und andere ausländische Bewohnerinnen und Bewohner. Es
kam zu heftigen Zusammenstößen mit der Polizei.
Polizei und Politiker teilten mit, ein Teil der Gewalt sei
online angestiftet und koordiniert worden: Im Netz kursierten demnach Listen
mit Unterkünften von Asylsuchenden und Adressen von Einwanderungsberatungen.
Der Minister für Nordirland, Hilary Benn, bezeichnete die
Vorfälle als »rassistisches Schlägertum«. Die Angst unter den ethnischen
Minderheiten in Nordirland
sei kaum zu beschreiben, sagte Benn. Die Gewalt habe bei den Betroffenen
schwere Traumata hinterlassen.
Die nordirische Regierungschefin Michelle O’Neill verurteilte die
Proteste. »Gruppen maskierter Männer, die Familien aus ihren Häusern
vertreiben, indem sie diese niederbrennen – das ist nichts anderes als
widerliche Feigheit«, schrieb sie. Weitere nordirische Politiker
verschiedener Parteien äußerten sich ähnlich und warnten vor Krawallen. In Großbritannien war es im Sommer 2024 zu heftigen rassistisch motivierten Ausschreitungen gekommen.
