Was macht eigentlich die Königin? Nicht die aktuelle, sondern die Ruheständlerin? (Alt-)Königin Sofía von Spanien nimmt auch mit 87 Jahren noch offizielle Termine wahr. Oft mit ihrem Sohn König Felipe VI. und seiner Familie, oft aber auch allein. Am Dienstag begrüßte die emeritierte Königin Papst Leo XIV. in Madrid. Der Papst ist schon seit Samstag in Spanien. In den ersten Tagen widmeten sich König und Königin mit ihren Töchtern dem Pontifex, am dritten Tag aber war es Sofía, die ihn in die Kathedrale Santa María la Real de la Almudena begleitete. Und das nicht nur ganz in Weiß, wie es das Vorrecht einiger weniger katholischer Königinnen ist. Sie kam auch in einem Hosenanzug, was für ihr Selbstbewusstsein spricht.
Sofía, vor ihrer Hochzeit mit Juan Carlos eine griechische Prinzessin, hat enge verwandtschaftliche Beziehungen zu einem anderen griechischen Prinzen, der am Mittwoch 105 Jahre alt geworden wäre: Prinz Philip, der Mann von Königin Elisabeth II. Prinz Philips Vater, Prinz Andreas von Griechenland und Dänemark, und Sofías Vater, König Paul von Griechenland, waren Cousins.
Philip, der Mann, der stets hinter seiner Frau herlaufen musste, was an seinem Selbstbewusstsein zeitlebens nagte, war 1922 mit seiner Familie ins Exil gegangen. Sein Vater, Prinz Andreas, war nach dem Militärputsch in Griechenland zum Tode verurteilt worden. Er floh mitsamt seinem kleinen Sohn, der dafür in eine Orangenkiste gesteckt wurde. Über Umwege kam er schließlich nach England, wo er als 18 Jahre alter Marinekadett auf die erst 13 Jahre alte Prinzessin Elisabeth traf. Es war angeblich Liebe auf den ersten Blick, zumindest auf ihrer Seite.

Georg Friedrich Prinz von Preußen feierte Geburtstag
Ebenfalls am Mittwoch feierte ein Mann seinen 50. Geburtstag, der, wäre Deutschland noch eine Monarchie, wohl heute unser König oder sogar Kaiser wäre: Georg Friedrich Prinz von Preußen, Oberhaupt der Familie Hohenzollern. Er ist ein Ururenkel des letzten Kaisers Wilhelm II. und nur „Thronanwärter“, weil die jeweils älteren Brüder seines Vaters und seines Großvaters nicht standesgemäß heirateten.
Georg Friedrichs Vater wurde als Reserveoffizier im Mai 1977 bei einer Wehrübung so schwer durch gepanzerte Fahrzeuge verletzt, dass er wenig später starb. Der Sohn folgte mit 28 Jahren seinem Großvater Louis Ferdinand von Preußen als Oberhaupt der Familie nach. Und er heiratete 2011 standesgemäß: Sophie Prinzessin von Isenburg. Und auch künftige Thronprätendenten sind schon geboren worden: Das Paar hat drei Söhne und eine Tochter.

Dass oft ausgerechnet die nicht mehr regierenden Häuser an überkommenen Regeln festhalten wie etwa der Ebenbürtigkeit, erscheint merkwürdig in einer Zeit, in der in fast allen europäischen Königshäusern „Bürgerliche“ zum Standard geworden sind. Nur Königin Mathilde von Belgien entstammt noch einem alten Adelsgeschlecht, alle anderen Königinnen sind Frauen aus dem Volke.
Die geschichtsträchtige Tiara ist mit 655 Diamanten besetzt
So wie Máxima der Niederlande. Die gebürtige Argentinierin begrüßte in dieser Woche an der Seite ihres Manns das wahre deutsche Staatsoberhaupt, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Er reiste für drei Tage mit seiner Frau Elke Büdenbender ins Nachbarland.

Gleich am ersten Tag, am Dienstag, stand das Staatsbankett auf dem Programm. Und Máxima kam mit einer Tiara, die sie schon im April 2013 zur Krönung ihres Manns getragen hat. Sie ist Teil einer Parure und war ein Geschenk von König Wilhelm III. an seine 41 Jahre jüngere Frau Emma. Wilhelm hatte viele Kinder, vor allem uneheliche. Die drei Söhne aus seiner ersten Ehe starben schon vor dem Vater, sodass schließlich das einzig verbliebene Kind von Wilhelm und Emma auf den Thron kam: Wilhelmina. Als sie 1898 mit gerade einmal 18 Jahren den Thron bestieg, trug ihre Mutter die Tiara, die mit 655 Diamanten und 33 großen Saphiren besetzt ist. Der mittlere Stein allein hat 44 Karat. Máxima schätzt die Tiara besonders, trug sie zum Beispiel auch zum Staatsbankett im November 2021 in Oslo.
Die norwegischen Königskinder lenken sich ab
Schon damals sorgten sich die Norweger um ihre künftige Königin. Mette-Marit erfuhr von ihrer Lungenfibrose, bei der Lungengewebe unwiederbringlich vernarbt, schon 2018. Inzwischen ist die Krankheit so weit fortgeschritten, dass nur eine Lungentransplantation die 52 Jahre alte Kronprinzessin retten kann. Die Zeit drängt, und die Königsfamilie ist trotz allem Ungemach noch enger zusammengerückt.
Prinzessin Ingrid Alexandra, die nach ihrem Vater Haakon einmal Königin werden soll, hat sogar ihr Bachelorstudium in internationalen Beziehungen und politischer Ökonomie an der Universität Sydney abgebrochen und ist aus Australien zurück nach Norwegen gekommen. Stattdessen wird die Zweiundzwanzigjährige nun an der Universität Oslo weiterstudieren, um in der Nähe ihrer Mutter sein zu können. Genauso wie ihr ein Jahr jüngerer Bruder. Prinz Sverre Magnus war nach Mailand gezogen und hatte dort eine eigene Foto- und Filmproduktionsfirma gegründet.

Wohl auch um sich ein wenig abzulenken, gingen die beiden diese Woche zusammen ins Fußballstadion. Mit rotem Schal der Nationalmannschaft verfolgten sie das Qualifikationsspiel für die Fußballweltmeisterschaft der Frauen im nächsten Jahr in Brasilien. Die Norwegerinnen schlugen die Österreicherinnen im Osloer Ullevaal-Stadion mit 2:1 und liegen in ihrer Gruppe nun hinter Deutschland auf Platz zwei.
Dass Mette-Marits Kinder sich entspannt in der Öffentlichkeit zeigten, wurde von vielen Norwegern als gutes Zeichen angesehen. Wie es um die Kronprinzessin genau steht, lässt der Palast derweil unkommentiert. Erst nach der Lungentransplantation werde man sich dazu äußern.
