Es gibt vieles, das die Fußball-Nationalmannschaft und Frankfurt miteinander verbindet. Zunächst einmal ist Frankfurt der Sitz des Deutschen Fußball-Bunds (DFB). Im Waldstadion fanden legendäre Länderspiele statt, wie die „Wasserschlacht“ bei der Heim-Weltmeisterschaft 1974 gegen Polen. Und fast immer, wenn Deutschland Titel gewann, war mindestens ein Eintracht-Spieler beteiligt – Nathaniel Brown weckt also Hoffnungen.
Vor allem aber war Frankfurt abgesehen von manchen reiselogistischen Ausnahmen stets der Ausgangspunkt für die Weltmeisterschaftsmissionen, auf die sich die Vorzeigeauswahl des deutschen Fußballs in den vergangenen Jahrzehnten begeben hat. Der Flughafen ist nun einmal das klassische Tor zur Welt. Und so ist die Eliteauswahl mit ihrem Begleittross auch an diesem Dienstag vom Flughafen aus aufgebrochen in die Vereinigten Staaten, wo das Team nahe Dallas sein Quartier beziehen wird für das in Mexiko, Kanada und eben den USA ausgetragene Turnier.
Römerbalkon bekommt Korb
Für die Mannschaft kann es indes als besonders gutes Omen gewertet werden, dass sie nicht nur den richtigen Abflugort gewählt hat, sondern auch den Spielort für das letzte Vorbereitungsspiel auf deutschem Boden. Am Sonntag besiegte sie Finnland in Mainz. Und in der Kombination ist vielleicht das Rhein-Main-Gebiet in seiner Gänze das Erfolgsgeheimnis: Schon 2014 flog die deutsche Nationalmannschaft nach einem Testspiel in Mainz zu einer Weltmeisterschaft und sicherte sich in Brasilien den vierten und bislang letzten WM-Titel.

So schön es für Frankfurt sein mag, als Abflugort wenigstens ein Teil der Nationalmannschaftsgeschichte zu bleiben, so sehr trauern die Stadt und auch ihr Oberbürgermeister Zeiten nach, in denen Frankfurt der Ort der Heimkehr war für erfolgreiche deutsche Teams. Kaisersaal und Römerbalkon waren einmal so etwas wie die heiligen Orte deutscher Sportgeschichte, auf dem Römerberg entstanden Bilder von feiernden Massen in Schwarz-Rot-Gold.
Zuletzt aber holte sich Frankfurt nicht nur bei den 2014 lieber in Berlin feiernden Fußballern einen Korb – die Basketballer erdreisteten sich nach ihren Titelgewinnen in den Jahren 2023 und 2025 schließlich, zwar in Frankfurt zu landen, aber nicht auf den Römerberg zu fahren und stattdessen auf dem Vorplatz des Sitzes des Hauptsponsors zu feiern.
Frankfurt erträgt die Demütigung mit Würde. Und wie man hört, ist die Stadt allzeit bereit, der Nationalmannschaft abermals die Türen zum Römerbalkon zu öffnen. Für die beiden Tage nach dem WM-Finale am 19. Juli würde sich dem Vernehmen nach ein Zeitfenster für einen Empfang finden lassen.
