Bei einem sogenannten Aktionstag sind hessische Ermittler am Mittwoch gegen Sozialbetrüger und die organisierte Kriminalität vorgegangen. Rund 650 Mitarbeiter von Polizei, Zoll, der Frankfurter Staatsanwaltschaft, der Ermittlungseinheit Financial Intelligence Unit, von Gewerbe- und Ordnungsämtern, aus Jobcentern sowie der Steuerfahndung haben die Kontrollen durchgeführt. Das Landeskriminalamt hat die Einsätze koordiniert.
Die Sicherheitsbehörden haben dabei rund 700.000 Euro an Vermögenswerten gesichert, darunter etwa 76.000 Euro Bargeld. Sechs Menschen wurden vorläufig festgenommen. Bei der Aktion wurde in der Nacht zum Donnerstag die Autobahn 3 nördlich von Wiesbaden komplett gesperrt und der Verkehr über eine Raststätte umgeleitet. Die Polizei ließ über der Kontrollstelle am Rastplatz Medenbach eine Drohne steigen, um von oben alles im Blick zu haben.
Luxusautos in Wiesbaden beschlagnahmt
Auch Gaststätten, Glücksspielbetriebe, Barbershops und Wohnungen wurden kontrolliert. Dabei nahmen die Ermittler laut hessischem Innenministerium gezielt den Missbrauch staatlicher Leistungen in den Blick. „Wir dulden in Hessen keine rechtsfreien Räume und lassen nicht zu, dass Menschen von Sozialleistungen auf Kosten des Staates leben und gleichzeitig mit Luxusautos prahlen“, teilte Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) zu den Einsätzen mit.

1071 Menschen, 149 Objekte und 92 Fahrzeuge wurden während des Aktionstages kontrolliert, 32 Strafanzeigen erstattet und mehr als 68 Ordnungswidrigkeiten festgestellt. In Wiesbaden stoppten die Ermittler einen 54 Jahre alten Mann, der in einem Rolls-Royce Spectre im Wert von 390.000 Euro unterwegs war. Laut Ministerium wurden das Luxusauto, ein zweites Auto im Wert von 130.000 Euro sowie eine Armbanduhr im Wert von rund 60.000 Euro beschlagnahmt. Es besteht der Verdacht der Geldwäsche.
Ziel der Kontrollen sind laut Ministerium insbesondere reisende Täter gewesen. Dazu werden Tätergruppen, die im Bereich der Rauschgiftkriminalität oder des organisierten Missbrauchs staatlicher Leistungen aktiv sind, aber auch Einbrecher, Täter aus dem Umfeld von Geldautomatensprengungen und des Phänomens „Violence-as-a-Service“ (Begehung von Gewalttaten gegen Bezahlung) gezählt.
Ein weiterer Schwerpunkt des Aktionstags war die Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls. Die Aktion diene dabei auch der Abschreckung, sagt Minister Poseck: „Hier wird ein klares Zeichen gesetzt, dass Verbrecher in Hessen nicht sicher sein können.“ Dabei wurden auch Bürgergespräche und Beratungen durchgeführt.
