Das ganze Stadion erhob sich und applaudierte den Spielern von Arminia Bielefeld in den letzten Minuten durchgängig. Noch zur Pause hatte der Fußball-Zweitligist Arminia gegen Hertha BSC im letzten Saisonspiel mit 0:1 zurückgelegen und zu diesem Zeitpunkt in der Blitztabelle auf dem vorletzten Platz gestanden.
Noch zur Pause drohte die Arminia in die dritte Liga abzusteigen. Doch mit sechs Toren in der zweiten Hälfte rettete sich Bielefeld in denkwürdiger Manier, gewann 6:1 und sprang in der engen Tabelle sogar noch auf den 13. Platz.
«Es war eine harte und schwere Saison»
Trainer Mitch Kniat zeigte sich hinterher von seiner lakonischen Seite: «Am Ende stehen wir auf Platz 13, sieht aus, als wäre es eine entspannte Saison gewesen.»
Linus Gechter hatte die Berliner in Führung gebracht (37. Minute). Die Arminen taten sich schwer mit der Chancenverwertung. Erst in der zweiten Halbzeit gingen die Bälle rein. Erst drehte Joel Grodowski mit einem Doppelpack binnen zehn Minuten (49./59.) das Ergebnis.
Freudengesänge auf der Alm
Monju Momuluh (65.), Stefano Russo (74.), Semir Telalovic (90+2.) und Roberts Uldrikis (90+6.) bauten den Sieg auf 6:1 aus und sorgten in der mit 26.750 Zuschauern ausverkauften Schüco-Arena für Freudengesänge. Schon zum zwölften Mal in dieser Saison holte die Arminia einen Rückstand auf.
Die Tabellenkonstellation in der Pause habe ihn nicht nervös gemacht, sagte Kniat nach dem Spiel: «Für mich waren in der Pause die Ergebnisse super, so wie sie waren, denn ich wusste: Wenn wir gewinnen, sind wir durch.» Er sei sehr «stolz» auf seine Mannschaft. «Es war ein harte und schwere Saison.»
Siebte Arminia-Saison mit Drama am Ende
Dass die Entscheidung erst am letzten Spieltag fiel, ist für die Arminen fast schon Gewohnheit. Ohne Drama geht es in Bielefeld offenbar nicht. Das war die siebte emotionale Saison in Serie.
2020 stieg die Arminia in die Bundesliga auf, 2021 schaffte sie hauchdünn den Klassenerhalt. 2022 stieg sie ab. 2023 rutschte sie über die Relegation direkt in die dritte Liga durch und wäre 2024 um ein Haar auch noch in die vierte Liga abgestiegen. 2025 schaffte sie den Wiederaufstieg in die zweite Liga. Und jetzt gelang ihr der späte Klassenerhalt.
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