1. Sofort reagieren
Einerseits sind To-do-Listen eine Hilfe, um den Alltag besser zu strukturieren. Aber sie sind auch ein Albtraum, wenn sie immer länger werden und darauf ein 5:1-Verhältnis herrscht: eine Sache erledigt, fünf neue dazugekommen. Deshalb kann es helfen, manche Dinge sofort anzugehen, wenn man davon erfährt: auf die Mail des Elternbeirats antworten, Geld für das Geburtstagsgeschenk überweisen, sich zur Weihnachtsfeier anmelden. Diese Dinge sind dann aus dem Kopf und landen gar nicht erst auf der To-do-Liste.
2. Wie es sauber bleibt
Je mehr Familienmitglieder, umso dreckiger die Wohnung. Die Schuhe sind nach dem Spielplatz voller Sand, und was unter den Sohlen hängt, will man nicht so genau wissen. Da haben die Deutschen beim Gästebesuch eine Tradition, die andernorts nicht so etabliert ist: Schuhe ausziehen! Noch sauberer bleibt es, wenn man sich angewöhnt, abends den Flur zu fegen. So trägt niemand den Sand unter den Socken ins Wohnzimmer.
3. Wäschetüten statt Korb
Je mehr Familienmitglieder, umso mehr Wäsche. Leider ist bei hohen Mieten und Lebenshaltungskosten nicht mehr Platz verfügbar. Wie Relikte aus einer Zeit, als Wohnen noch günstiger war, wirken da die sperrigen Wäschekörbe, die an sechs von sieben Tagen leer herumstehen. In einer faltbaren Mehrweg-Tragetasche lässt sich frische Wäsche genauso gut zum Wäscheständer transportieren.

4. Weniger spülen
Eltern wollen, dass Kinder viel trinken; das hat zur Folge, dass gerne immer wieder neue Gläser aus dem Schrank genommen werden, weil keiner mehr weiß, wem welches gehört. Die Lösung sind Gläser mit den Anfangsbuchstaben aller Familienmitglieder, die den ganzen Tag über die Zugehörigkeit kennzeichnen. Funktioniert nicht bei Familien wie den Kardashians – da fangen alle mit K an.
5. Kinder packen an
Es geht zwar alles schneller im Haushalt, wenn man es selbst macht, aber es bringt auch viel, die Kinder frühzeitig mitmachen zu lassen. Den Tisch abräumen können schon die Kleinsten. Später lohnt es sich, Dienste zu verteilen. So nehmen Kinder nicht nur Arbeit ab, sie lernen auch Selbständigkeit. Eine Langzeitstudie der Harvard-Universität zeigt sogar, dass Kinder, die im Haushalt mithelfen (müssen), später im Leben erfolgreicher sind.
6. Kleider sortieren
Die Wäsche ist ein großer Zeitfaktor im Familienleben. Es dauert eine Weile, bis die Kinder selbst die Maschine anstellen können. Aber Wäsche auf- und abhängen und zusammenlegen geht schon bald. Um Ordnung im Schrank zu schaffen, kann man die Regale beschriften, damit die Kinder wissen, was wohin kommt. Und auch die Haushaltshilfe, wenn man eine hat.
7. Stiftechaos beseitigen
Kinder malen oder kritzeln gerne, was schön ist, aber auch dazu führt, dass schnell überall Stifte herumliegen. Das Chaos lässt sich mit einem Rollwagen in Bahnen lenken: nach dem Malen alle Utensilien wie Stifte, Papier, Radiergummis und Bastelkram reinpacken und in eine Ecke rollen, wo man ihn nicht sieht. Praktisch auch, dass man den Wagen vom Kinderzimmer in Küche oder Esszimmer fahren kann, je nachdem wo gerade gemalt wird.

8. Den Morgen vorbereiten
Nach dem Aufstehen wird es in vielen Familien hektisch. Im Bad wird gedrängelt, man muss sich anziehen, und Frühstück muss auch noch sein. Um etwas weniger in Stress zu geraten, kann man abends schon mal den Frühstückstisch decken, das Müsli rausstellen und auch die Plastikboxen, in die Pausenbrot und Obst gehören.
9. Gemüse-Spielchen
Mit Essen spielt man nicht. Aber Kinder sollen Rohkost essen. Die ist meist unbeliebter als Wurst oder Käse. Deshalb ist hier ein wenig Spaß okay. Reihum nehmen alle beim Abendbrot Gurkenscheiben und Paprikastreifen und beißen sie zu Figuren zurecht. Die anderen müssen raten, was es ist.
10. Schnelles Kochen
Den Spagat vollbringen Eltern täglich: Man hat keine Zeit, aber die Kinder haben Hunger. Dafür gibt es zwei Notfall-Rezepte, eigentlich sind es „Klassiker in schnell“. Wie die Wrap-Pizza: Statt eines Hefeteigs benutzt man einen Wrap, auf den Tomatensoße, Käse und andere Dinge kommen, die man auf der Pizza mag; dann kommt er für fünf Minuten in den Backofen. Mit einem Vollkorn-Wrap wird es noch etwas gesünder. Die Ofenlasagne kann man durch eine Pfannenlasagne ersetzen: Hackfleisch braten, würzen, Tomatenmark dazu, dann die Lasagneplatten in schmale Streifen brechen und in der Hackfleischsoße garen, bis sie weich sind. Dann Crème fraîche und geriebenen Mozzarella drübergeben, Deckel drauf – ist in 20 Minuten fertig.

11. Fake-Backen
Der Kita- oder Schulausflug kann Eltern in Bedrängnis bringen, wenn alle etwas zum Picknick beitragen sollen. Reicht etwas Gekauftes? Muss es etwas Selbstgebackenes sein? In dem Kochbuch „Von Einfach zu Brillant – Kids“ von Donna Hay steht ein Kompromiss: Mini-Quiches aus Toastscheiben. Scheiben mit dem Nudelholz plattrollen, in Muffinförmchen stülpen, 15 Minuten bei 160 Grad backen. 6 Eier aufschlagen, mit 250 ml Milch mischen, salzen, 25 g Parmesan mit einem Schneebesen unterrühren und die Mischung auf die Förmchen verteilen. Gemüse oder Schinken obendrauf, noch mal 25 g Parmesan – und alles 20 Minuten backen. Schaut gut aus und setzt andere nicht unter Druck, wenn sie selbst nicht ewig in der Küche standen.
12. Essenspläne machen
In einer idealen Welt reicht am Abend ein Abendbrot, aber in den Ferien oder wenn die Kinder älter werden und das Mensaessen boykottieren, muss man auch oft mittags kochen oder abends eben doch was Warmes bieten. Essenspläne für die ganze Woche vermeiden Panikattacken. Montags Nudeln, dienstags Zucchinipuffer, mittwochs Kartoffeln mit Quark. Und ruhig etwas mehr kochen, dann kann man am nächsten Tag noch Reste verwerten. Zur Unterstützung gibt es Apps oder vorgefertigte Blöcke. Und natürlich die KI.
13. Einfacher Koffer packen
Es gibt diesen Moment kurz vor dem Urlaub, wenn der zweite Schwimmflügel fehlt und man sich fragt, warum man nicht einfach zu Hause bleibt; dann müsste man nicht für die ganze Familie Koffer packen. Einfacher wird es, wenn man auf dem Handy einmalig eine Packliste wie eine Einkaufsliste anlegt, die leicht zu aktualisieren ist. Auch im Urlaub, wenn doch die Badeschuhe fehlen.

14. Handy-Hörspiele statt Videos
Der Smartphonekonsum von Kindern (und ihren Eltern) gehört zu den Nöten unserer Zeit. Natürlich wäre es besser, wenn die Eltern die Zeit mit ihren Kindern vernünftig nutzen. Tun die meisten auch, zum Beispiel auf Bahnfahrten. Nur ist auch bekannt, dass zur mehrstündigen Zugfahrt nicht selten 100 Minuten Verspätung dazukommen. Immerhin bietet auch die Bahn kostenfreie Rätselhefte an, abzuholen im Bordbistro. Zwischen den Suchaufgaben stehen kurze Hörspiele. Abrufbar mit dem Handy. Kann man dem Kind fünf Minuten ans Ohr halten und stört niemanden. Solche Geschichten lassen sich auch ohne QR-Code über Spotify raussuchen.
15. Einschlafhilfe
Es ist nicht immer leicht, die Kinder abends zur Ruhe zu bringen. Das gute alte Einschlaflied funktioniert immer noch am besten. Als junge Eltern sollte man sich daher schnell ein Lied mit möglichst vielen Strophen draufschaffen, das man auch noch singen kann, wenn man schon selbst am Wegdämmern ist. Das immer gleiche Lied ist wie beim pawlowschen Hund die Glocke, die ihn an das Futter erinnert – hier ist es ein Signal zum Schlafen. Gut geeignet: „Der Mond ist aufgegangen“, sieben Strophen, getragene Melodie – macht garantiert müde!
Dieser Text stammt aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
16. ABC fürs Autofahren
Es gibt ein Allroundspiel, mit dem man überall die Zeit überbrücken kann: das ABC-Spiel. Man fragt zum Beispiel im Auto: Was fängt in der Umgebung alles mit A an? Autodach, Asphalt . . . Was mit B? Bäume, Beton . . . Jeder muss ein Wort finden. Gibt es nicht viel zu sehen, kann man auch ein Thema vorgeben: eine Stadt mit A, mit B, mit C . . . oder Tiere, Haushaltssachen, Dinge aus dem Kindergarten. Funktioniert auch gut als Spiel vor dem Einschlafen.
17. Feste Zeiten fürs Handy
Eigentlich muss man nur das machen, was man seinen größeren Kindern auch ständig sagt: Handy weg! Es kann für mehr Ruhe sorgen, wenn man sich für das Checken von Nachrichten drei feste Zeiten am Tag oder zwei am Nachmittag vornimmt und sonst das Handy weglegt oder ausschaltet.
18. Mit Stickern motivieren
Manche Kinder schaffen es, an einem Wochenende trocken zu werden oder Fahrrad fahren zu lernen. Andere brauchen ein Jahr. Eltern können daran verzweifeln. Aber Eltern verstehen auch meist nicht, wie motivierend eine Sticker- oder Stempeltabelle sein kann, an deren Ende ein kleines Geschenk steht. Für jedes Mal auf Toilette gehen, für jede Ausfahrt mit dem Fahrrad statt mit dem geliebten, bequemen Roller gibt es einen Stempel. Damit klappt es häufig schneller, als man denkt.
