
Der Verfassungsschutz hat eine deutliche Zunahme von Rechtsextremisten ausgemacht. Doch entscheidend bleibt, was maßgebliche Vertreter von Vereinigungen und Parteien von den wesentlichen Grundlagen unseres Gemeinwesens halten. Wenn AfD-Politiker Deutsche nach ihrer Hautfarbe sortieren, dann zeigen sie damit vor allem, dass sie selbst nicht nur keine Patrioten, ja im Grunde gar nicht national gesinnt sind – sondern Rassisten.
Fleisch vom Fleisch der Partei
Es ist erstaunlich, dass es für einige erst einer Debatte über die Fußball-Nationalmannschaft bedurfte, um zu erkennen, dass sich die AfD hier offenbar von unserem Grundgesetz verabschiedet. Und es sind ja offensichtlich nicht nur Teile von ihr. Denn solange solche Positionen in der Partei geduldet werden, sind sie Fleisch vom Fleisch der Partei.
Natürlich gilt weiterhin in Deutschland wie anderswo im Staatsangehörigkeitsrecht auch das Abstammungsprinzip. Die Kinder von Deutschen sind also Deutsche. Die sehen aber nicht alle gleich aus. Die Nachkommen eines eingebürgerten Askari, der im Ersten Weltkrieg für die deutsche Kolonialtruppe in Ostafrika kämpfte und – anders als jeder heutige AfD-Wehrdienstverweigerer und Moskaufreund – für Deutschland seine Knochen hinhielt, sind Deutsche ohne Wenn und Aber.
Auf die Gleichheit vor dem Recht kann man stolz sein. Und auch deswegen auch auf Deutschland. Wer ethnische Reinheit wünscht, der mag woanders oder in Zerrbildern der Vergangenheit glücklich werden. Er sollte aber besser nicht in den Spiegel schauen.
