Eins ist schon mal klar – früher war mehr Anti-Aging. Es gab viele teure Cremes und das ganz große Besteck – das Facelift. Irgendwann kamen Botox und Filler auf, und zahlreiche dieser Spritzen setzten auch der Dermatologe Volker Steinkraus und sein Team in einer großen Hamburger Privatpraxis. Steinkraus stand mit seinem Namen zudem hinter einer teuren Schweizer Hautpflege-Linie – SBT.
Cremes, wenngleich etwas günstigere, verkauft Steinkraus weiterhin, jetzt unter eigener Marke. Auch in seinem Hamburger Dermatologikum wird noch immer nicht allein Erkrankungen der Haut entgegengewirkt, sondern auch deren Alterung. Nun jedoch hat Steinkraus zudem ein Buch verfasst mit dem bestechenden Titel „How to look better“ (Murmann Verlag, 280 Seiten, 29 Euro). Das mag sich zwar thematisch zwischen die vielen Schönheitsratgeber einreihen, es kommt aber fast ohne Bilder aus, ohne aufwendiges Layout oder Selbsttest-Aufgaben.

Steinkraus grüßt auch nicht vom Cover, wie in solchen Fällen üblich, sondern berichtet recht nüchtern aus seiner Praxis und seiner – offenbar – über die Jahre gereiften Erfahrung.
„Genieße Intimität und Sexualität“
„Besser aussehen“ bedeutet hier nämlich keinesfalls, gebotoxt auszusehen; man muss schon lange lesen, bis man über eine der wenigen Verteidigungsreden für minimalinvasive Eingriffe stolpert. „Besser aussehen“ bedeutet Steinkraus zufolge vielmehr, zehn Gebote im Leben zu beachten, denen er jeweils ein Kapitel widmet:
1. „Altern ist unvermeidlich“
2. „Schlafe ausreichend“
3. „Iss, trink und trainiere weise“
4. „Rauche nicht“
5. „Bräune dich vorsichtig“
6. „Verbessere deine Haut mit evidenzbasierter Hautpflege“
7. „Hab Freunde aller Altersstufen“
8. „Genieße Intimität und Sexualität“
9. „Toleriere unterschiedliche Ansichten“
10. „Sei locker und lächle“
Besseres Leben gleich bessere Haut also. Steinkraus stellt aber auch klar, was schlechtere Haut ist – und meint damit nicht die unverschuldet von Erkrankungen gezeichnete, die in vielen Fällen therapierbar ist. Sondern die mit Beauty-Spritzen behandelte, mit der man sich eben nur eine neue „Leidensära“ schaffe, wie es im Buch heißt. Und allenfalls „vorübergehende Pseudojugendlichkeit“.
Ein bisschen erinnern seine Worte an die Silicon-Valley-Manager, die ihren Kindern keine Smartphones erlauben. Nur dass Steinkraus seine Erfahrung über den eigenen Familienkreis hinaus teilt. Falten, so steht es auch im Buch, „sind natürliche Strukturen, die sich dem Leben anpassen“. Eigentlich schade drum, sie einfach wegzuspritzen.
