
Zur Lage im Wohnungsbau finden sich immer wieder auch positive Aussichten in Deutschland: Die Zahl der Baugenehmigungen hat zu Jahresanfang zugelegt, ebenso ist das Kreditvolumen für Wohnimmobilien laut Pfandbriefbankenverband gestiegen. Dazu will Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) mit Änderungen am Baugesetzbuch dem Wohnungsbau berechtigterweise eine höhere Priorität verschaffen, denen das Kabinett der Bundesregierung zuletzt zugestimmt hat.
Der Wunsch nach weniger Bürokratie ist lobenswert. Gleichzeitig will die Politikerin mit dem Gesetzentwurf ebenfalls die Klimaanpassung der Städte unterstützen und vermeintlichen Schrottimmobilien den Kampf ansagen. Dieses Spektrum zeigt die vielfältigen Interessen in der Wohnungspolitik, die sich mitunter im Weg stehen.
So setzt die Hauptstadt Berlin mit der Umsetzung des Wohnungsbauturbos aus dem Bundesbauministerium darauf, dass Investoren sich zu einem Sozialanteil von 30 Prozent bezahlbare Wohnungen verpflichten und für mögliche Kitaplätze und Grundschulplätze zahlen. In der Regel verlangen Städte zudem eine feste Zahl an Autostellplätzen, um die Parkplatzsuche einzudämmen, und immer wieder Grünflächen oder auch Photovoltaikanlagen.
Solche Wünsche erhöhen die Wohnungspreise, die Politiker sonst senken wollen. Wenn es allein darum ginge, schneller und günstiger zu bauen, könnten andere Aspekte zurücktreten. Jede Stadt kann selbst versuchen, für mehr Schwung im Wohnungsbau zu sorgen.
